Donnerstag, 14. Oktober 2004

Manfred Kerry über John F. Kerry: "Er wird Bush aus dem Weißen Haus jagen"

  • Der SP-Politiker im NEWS über seinen Urgroßcousin
  • PLUS: Standpunkte und politische Ziele von John Kerry

Der US-Präsidentschaftswahlkampf biegt auf die Zielgerade. Amtsinhaber George W. Bush und sein Herausforderer John F. Kerry liefern sich laut Umfragen ein enges und spannendes Kopf-An-Kopf-Rennen. Manfred Kerry, SP-Bezirksvorsteher in Wien-Josefstadt, und Urgroßcousin von John Kerry spricht über seine prominente Verwandtschaft und über den Wahlkampf:

NEWS: Wagen Sie eine Prognose über den Ausgang der US-Präsidentenwahl?

Manfred Kerry: Es wird in jedem Fall sehr knapp werden, beide Kandidaten könnten die Nase vorne haben. Vielleicht entscheidet aber wieder ein Richter über den Ausgang der Wahl, was ich natürlich nicht hoffe. Persönlich würde ich mir John F. Kerry als Sieger wünschen ...

NEWS: Wird der Irakkrieg die Wahl entscheiden?

Manfred Kerry: Müsste die Welt abstimmen, hätte Bush keine Chance. Georg W. Bush hat gezeigt, dass er bereit ist, militärische Mittel einzusetzen, um Macht auszuüben. Das macht ihn absolut unsympathisch. Außerdem degradierte er die gesamte Welt in der Irakfrage zu Zuschauern und gestaltete Außenpolitik mit kriegerischen Mitteln. Das kann niemand gutheißen. In den USA sehen die Menschen das durchaus anders, schließlich sind die Amerikaner Nutznießer der Ausnahmestellung der USA als einziger Weltmacht. Es könnte sich ausgehen für Bush.

NEWS: Wie würden Sie Ihren Urgroßcousin John F. Kerry beschreiben?

Manfred Kerry: Fit for command. Er ist der interessantere der Kandidaten, weltoffener und Bush überlegen - intellektuell, innen- und außenpolitisch. Kerry ist professionell, kann komplexe Themen erklären. Meine Sympathien gehören ihm, und ich hoffe, die Demokraten werden die Republikaner aus dem Weißen Haus jagen.

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14.10.2004 16:20