Fragwürdige Meinungsumfragen: Kritiker hält Bush-Sieg für höchst unwahrscheinlich
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Trotz der knappen Umfrageergebnisse hält der US-Medienkritiker Mark Hertsgaard einen Sieg von Präsident George W. Bush bei den Wahlen in zwei Wochen für "höchst unwahrscheinlich". Gegenüber "Spiegel Online" sagte Hertsgaard, die US-Medien verbreiteten eine "komplette Fehleinschätzung". "Hier in Deutschland glauben Sie wahrscheinlich, dass die Wahl sehr knapp ist und dass Bush gewinnen wird. Ich glaube hingegen, das ist höchst unwahrscheinlich", so Hertsgaard.
"Die Umfragen, über die Sie in der Presse lesen, sind falsche Umfragen", betonte der Medienkritiker. Sie bildeten nicht ab, wie die amerikanische Bevölkerung wirklich denke. "Erstens erfassen sie nur die 50 Prozent der Bevölkerung, die als Wähler registriert sind. Dabei werden viele der anderen im November auch an die Urnen gehen. Zweitens werden die Umfragen per Telefon durchgeführt. Menschen, die nur Handys benutzen, fallen also raus. Dazu zählen die meisten Amerikaner unter 30", meinte Hertsgaard.
Amerikaner liberaler als Umfragen sagen
"Die meisten Amerikaner, mich eingeschlossen, gehen abends nicht ans Telefon, weil zu viele Verkäufer und Meinungsforscher anrufen. Natürlich verfälscht das die Umfragen. Da dominieren am Ende ältere Leute und Hausfrauen, die insgesamt konservativer sind als der Durchschnitt. Wenn die Umfragen sagen, es handele sich um ein Kopf-an-Kopf-Rennen, ist das garantiert falsch. Amerikaner sind liberaler als die Umfragen sagen", sagte Hertsgaard.
In den meisten Meinungsumfragen in den USA liegen Bush und und sein demokratischer Herausforderer John Kerry so nahe beieinander, dass auf Grund der dreiprozentigen Fehlerquote niemand eine klare Führung zu haben scheint. Den am Mittwoch von der "Washington Post" veröffentlichten Ergebnissen zufolge führt Bush mit 50 Prozent vor Kerry (47 Prozent). Der unabhängige Kandidat Ralph Nader würde demnach ein Prozent bekommen. (apa/red)
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