Keine Soldaten nach Falluja und Bagdad: London schließt britischen Einsatz aus
- US-Wunsch nach erweitertem Einsatz wird geprüft
Großbritannien wird nach Angaben des Verteidigungsministeriums in London keine Soldaten in Bagdad oder Falluja stationieren. Die Regierung prüfe derzeit eine Anfrage Washingtons nach einer Verlegung britischer Truppen in den US-Sektor im Irak, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Ein Einsatz in der irakischen Hauptstadt Bagdad oder der Widerstandshochburg Falluja stehe jedoch nicht zur Debatte.
Verteidigungsminister Geoff Hoon werde die US-Anfrage am Montag vor dem Parlament bestätigen und zugleich erklären, dass darüber noch nicht entschieden sei. Klar sei nur: "Wenn Truppen verlegt werden, dann nicht nach Bagdad oder Falluja", sagte der Sprecher.
Die Opposition hatte eine Erklärung vor dem Parlament verlangt, nachdem die britische Presse berichtet hatte, britische Truppen könnten unter US-Kommando gestellt werden. Unter Berufung auf Militärkreise war in den Berichten von einer möglicherweise bevorstehenden Verlegung britischer Truppen aus dem relativ ruhigen Basra in den gefährlicheren Süden von Bagdad die Rede. Auf diese Weise könnten die US-Truppen für eine Großoffensive gegen Aufständische in der Rebellenhochburg Falluja verstärkt werden.
Britische Oppositionspolitiker warnten Premierminister Tony Blair bereits, US-Präsident George W. Bush vor den Wahlen mit einer Zusage einen Gefallen zu tun und dafür das Leben britischer Soldaten zu gefährden. Im Irak sind rund 8500 britische Militärs stationiert, die meisten von ihnen im Süden des Landes. Seit dem US-geführten Angriff auf das Land im März vergangenen Jahres wurden 68 britische und mehr als tausend US-Soldaten getötet.
(apa/red)
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