Montag, 18. Oktober 2004

Braunbär dreht durch: Auf Raubzug durch rumänische Stadt Menschen attackiert

  • Mann getötet, zahlreiche Verletzte - Tier erschossen
  • Aggressives Tier hatte Tollwut

Der Bär, der bei Brasov (Kronstadt) in Rumänien einen Mann getötet und zehn weitere Menschen verletzt hatte, war tollwütig. Das haben Laboranalysen in Bukarest am Montag ergeben, meldete der Fernsehsender "Realitatea TV". Es sei das erste Mal, dass Tollwut bei einem Bären in Rumänien festgestellt wurde, hieß es. Das Tier war am Samstag erschossen worden, nachdem es mehrfach Spaziergänger angegriffen hatte.

Die Behörden haben die Umgebung von Brasov unter Quarantäne gestellt. Wilde Tiere und Haustiere sollen auf Tollwut getestet werden, gab der Bürgermeister bekannt. Die Opfer des Bären seien geimpft worden, sagte er. Der zwei Jahre alte und 100 Kilogramm schwere Jungbär hatte am Samstag Einwohner eines Wohnviertels angegriffen, die im angrenzenden Wald Trinkwasser von einer Quelle holten. Auch ein Notarztwagen wurde von ihm attackiert. Erst als die Retter die Sirene einschalteten, flüchtete das Tier in den Wald.

Die am Waldrand gelegenen Ortschaften in den Karpaten werden seit Jahren von Bären heimgesucht. Die Tiere, die in den Mülltonnen nach Essbarem suchen, sind zur Attraktion geworden und werden auch von Touristen gefüttert. In Rumäniens Wälder leben rund 5.000 Braunbären. (apa)

18.10.2004 15:56