Neuer US-Folterskandal: Misshandlungen von Gefangenen in Guantanamo Bay
- Unkooperative Häftlinge in Unterwäsche gefesselt
- Zeitungsberichte: Übergriffe angeblich keine Einzelfälle
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Abu Ghraib: Beweise für Folterungen vertuscht
Neue US-Foltervorwürfe sind aufgetaucht und kommen natürlich Präsident Bush in seinem Wahlkampf höchst ungelegen. In dem ohnehin schon umstrittenen US-Gefangenlager Guantanamo Bay auf Kuba sind unkooperative Gefangene regelmäßig misshandelt worden. Dies berichteten amerikansiche Zeitungen unter Berufung auf Wachleute des Lagers und Mitarbeiter der Geheimdienste. Das US-Militär hat in der Vergangenheit lediglich von Einzelfällen dieser Art gesprochen, die keine gängige Praxis seien.
Der "New York Times" zufolge wurden unkooperative Gefangene bis auf die Unterwäsche ausgezogen und an Händen und Füßen gefesselt. Sie seien grellem Licht und lauter Musik ausgesetzt worden, während gleichzeitig die Klimaanlage voll aufgedreht worden sei. Dies sei über einen Zeitraum von bis zu 14 Stunden geschehen.
Der Zeitung zufolge wollte sich das Verteidigungsministerium zu den Vorwürfen nicht äußern. Es habe in einer Erklärung darauf verwiesen, dass in Guantanamo "sichere, menschliche und professionelle" Arbeit geleistet werde. Anfang des Jahres hatten Berichte über Misshandlungen von Irakern durch US-Soldaten in dem bei Bagdad gelegenen Gefängnis Abu Ghraib international für Entsetzen gesorgt.
In dem Lager auf Kuba halten die USA unter anderem mutmaßliche Moslem-Extremisten und Kämpfer der gestürzten Taliban-Regierung aus Afghanistan fest. Menschenrechtsgruppen haben die USA scharf wegen des Umgangs mit den Gefangenen kritisiert. Diese werden auf unbestimmte Zeit festgehalten und die meisten von ihnen ohne Anklage und ohne rechtliche Betreuung.
(apa/red)
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