Neue Crew: Russisches Raumschiff ist nach gefährlicher Panne an ISS angedockt
- Pilot musste Manöver mit Handsteuerung durchführen
- Überhöhte Geschwindigkeit löste Warnsignal aus
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Die neue Besatzung der Internationalen Raumstation ISS ist in ihrem Heim auf Zeit im Weltall angekommen. Nach dem Andocken der Sojus-Raumkapsel öffneten die neuen ISS-Bewohner Leroy Chiao und Salischan Scharipow um 9.26 Uhr MESZ die Luken und schwebten hinüber in die Raumstation, teilte die Flugleitzentrale bei Moskau mit.
Bei der zunächst automatisch gelenkten Annäherung der Kapsel Sojus TMA-5 an die ISS waren leichte Probleme aufgetreten. Die Sojus-Kapsel kam offenbar zu schnell an die Raumstation heran. Doch Pilotenneuling Scharipow schaltete auf Handsteuerung um und dockte sicher an. Die russische Raumfahrtagentur hatte erstmals keinen Kosmonauten mit Erfahrung auf diesem Typ Raumschiff eingeteilt.
Die bisherigen ISS-Bewohner Gennadi Padalka und Michael Fincke begrüßten die Neuankömmlinge mit dem traditionellen russischen Willkommensgeschenk Brot und Salz. Dritter Mann auf dem Sojus-Flug war der Oberstleutnant Juri Schargin von den russischen Raketentruppen. Der erste Soldat auf der Station soll ein teilweise militärisches Forschungsprogramm durchführen. Er wird am 24. Oktober gemeinsam mit Padalka und Fincke zur Erde zurückkehren.
In der neuen, mittlerweile zehnten Langzeitbesatzung wird Chiao das Kommando haben, Scharipow wird als Bordingenieur arbeiten. Vor allem aber müssten sich die beiden als Ladearbeiter betätigen, sagte ein Vertreter der Flugleitung. "Sie müssen ihr eigenes Raumschiff Sojus TMA-5 sowie die nächsten Frachter Progress M-51 und M-52 entladen." Bei dem halbjährigen Aufenthalt sind auch zwei Außeneinsätze geplant.
Die neue ISS-Crew soll mehrre Dutzend medizinsiche, biologische und technische Experimente ausführen. Unter anderem geht es umd ie Erforschung von Proteinen, die für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen die Immunschwächekrankheit Aids verwendet werden könnten. Die neue Besatzung hatte sich mehrere Monate lang in der Sternenstadt bei Moskau auf ihre Mission im All vorbereitet.
Seit der Katastrophe des Space-Shuttles "Columbia" im Februar 2003 werden die Besatzungen der ISS ausschließlich mit der russischen Sojus-Raumfähre ins Weltall gebracht. Dies soll nach russischen Angaben auch im kommenden Jahr so sein. Moskau will den USA außerdem vorschlagen, Sojus-Raumfähren zu kaufen, um mit zusätzlichen Flügen die Besatzung der ISS zu vergrößern. Bis 2007 sollen sich so sieben Raumfahrer gleichzeitig an Bord der Raumstation aufhalten. (apa/red)
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