Teilabzug von Israel aus Gazastreifen: Großoffensive soll abschwächt werden
- Truppenverlegung: Armee wird Zugriff auf Gebiet lockern
- Jabalya: 2 Al-Aksa-Extremisten bei Luftangriffen getötet
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Nach fast dreiwöchigen Angriffen im Norden des Gaza-Streifens hat Israel am Freitag angekündigt, seinen Zugriff auf das Gebiet zu lockern. Die Armee werde Truppen verlegen, bestätigte der stellvertretende israelische Verteidigungsminister Seev Boim im Sender Radio Israel. Medienberichten zufolge hatte der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon am Vortag einen Rückzug der Armee aus Teilen des schmalen Küstenstreifens angewiesen.
Bei einem neuerlichen israelischen Luftangriff auf Jabalya wurden Medizinern zufolge zwei Mitglieder der extremen Al-Aksa-Brigaden getötet. Der Einsatz in Jabalya ist die größte israelische Offensive im Gaza-Streifen seit vier Jahren und soll den Abschuss palästinensischer Raketen auf Israel stoppen.
Ziel für Israel weitgehend erreicht
"Die Präsenz der Truppen wird sich ändern, aber die Operation wird fortgesetzt", sagte Boim dem Sender. Das Ziel der Gaza-Offensive sei weitgehend erreicht. In den vergangenen beiden Wochen seien nur zwei palästinensische Raketen auf die israelische Stadt Sderot abgefeuert worden.
Als weiteren Grund nannte der Minister den Beginn des moslemischen Fastenmonats Ramadan: "Wir wollen das für die Bevölkerung nicht schwierig machen." Medien zufolge hatte Sharon nach Beratungen mit seinen Sicherheitschef zugestimmt, dass sich die Soldaten vor Beginn des Ramadans aus dem dicht besiedelten Lager sowie dem benachbarten Beit Lahiya zurückziehen könnten. Bewohner des Lagers sagten, es gebe bisher keine Anzeichen für einen Rückzug.
Arafat bittet Arabische Liga um Hilfe
Palästinenserpräsident Yasser Arafat rief die Arabische Liga um Hilfe an. Der Vorsitzende der Liga, Amr Mussa, solle "seine Kontakte zur Weltgemeinschaft verstärken, um die palästinensische Bevölkerung gegen Israels offizielle Tötungspolitik zu unterstützen", forderte Arafat einem Sprecher der Arabischen Liga zufolge. Dadurch solle auch der Friedensprozess wiederbelebt werden, "der sich derzeit in einer Sackgasse befindet".
In rund hundert israelischen Städten und Siedlungen protestierten am Donnerstagabend tausende jüdische Siedler und ihre Unterstützer gegen Sharons Rückzugsplan. Allein in Jerusalem demonstrierten bis zu dreitausend Menschen vor dem Regierungssitz. Die Organisatoren hatten mit bis zu einer halben Million Demonstranten gerechnet. Die israelische Tageszeitung "Haaretz" hatte zuvor berichtet, dass Sharon den geplanten Abzug aus dem Gazastreifen bereits im kommenden Mai beginnen lassen wolle. (apa/red)
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