Hüfthosen-Streit in Italien: Schuldirektor verbietet "entblößte Hinterteile" in Klassen
- Genauso falsch wie mit der Burka in Schule zu gehen
- Streit auch in Rimini um zu kurze Röcke bei Anwältinnen
In Italien wütet ein heftiger Streit um die bei den Teenagern sehr beliebten Hüfthosen, die jetzt von einem Schuldirektor in einem Gymnasium in der mittelitalienischen Stadt Avezzano verboten worden sind. "Es ist falsch, in die Schule mit der Burka zu gehen. Es ist aber auch falsch, halb nackt in der Klasse zu erscheinen. Hüfthosen lassen bestimmte Körperteile frei, was im Alltagsleben der Schule störend sein kann", betonte der Schuldirektor Angelo Bernardini, in einem Schreiben mit dem Titel "Von Burkas und entblößten Hinterteilen".
Seit Monaten führen italienische Schuldirektoren Feldzüge für angemessenere Kleidung in den Klassen. Ein Direktor in Rimini ermahnte kürzlich die Schülerinnen, auf "bauchfreie" Tops und T-Shirts zu verzichten, hieß es in einem Brief an die Jugendlichen und Eltern. Er begreife, dass ein freier Bauch Mode sei, doch in der Schule sei eine dezente Kleidung erforderlich, so Schuldirektor Maurizio Di Caprio.
In Rimini, international wegen seines bunten Strand- und Nachtlebens bekannt, streitet man schon länger über Mode. Der Rechtsanwaltsverband hatte kürzlich junge Anwältinnen aufgefordert, bei Gerichtsverhandlungen nicht mit zu kurzen Röcken oder auffallenden Kleidern aufzutreten. Die Aufforderung hatte heftige Debatten ausgelöst. (apa)
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