Prodi wieder in Italien aktiv: Neue Anti-Berlusconi-Allianz in Rom präsentiert!
- "Die große Herausforderung beginnt"
Der scheidende EU-Kommissionspräsident Romano Prodi hat am Montag in Rom seinen Plan für die Gründung einer neuen "großen demokratischen Allianz" vorgestellt, die den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi bei den Regionalwahlen im Frühjahr 2005 und bei den Parlamentswahlen 2006 schlagen soll.
"Heute beginnt eine große Herausforderung für die italienische Linke", sagte Prodi bei einer Pressekonferenz in Rom zum Abschluss eines Treffens mit den Chefs der italienischen Mitte-Links-Parteien.
"Wir haben eine konkrete, positive Arbeit zur Gründung einer Föderation in die Wege geleitet, die Eckpfeiler für eine große demokratische Allianz sein wird", erklärte Prodi. Prioritär sei, dass die Mitte-Links-Parteien geschlossen an den Regionalwahlen teilnehmen, ein Generaltest im Hinblick auf die Parlamentswahlen 2006. Im Februar 2005 sollen die Parteien der linksorientierten Föderation gemeinsam den Spitzenkandidaten bestimmen, der gegen Regierungschef Silvio Berlusconi antreten wird. Prodi hat keinen Zweifel daran, dass die Wahl auf ihn fallen wird. Die von Turbulenzen gebeutelten Ulivo-Parteien wissen genau, dass nur er Chancen hat, Berlusconi zu besiegen.
Die altkommunistische Rifondazione, die 1998 aus dem Mitte-Links-Bündnis "Ulivo" ausgetreten war - was zum Sturz der Regierung Prodi geführt hatte - beobachte mit Interesse die Pläne des scheidenden EU-Kommissionspräsidenten. Rifondazione-Chef Fausto Bertinotti schloss einen Einstieg in die Föderation nicht aus, um die Wiederwahl Berlusconis 2006 zu verhindern.
Zu den gemeinsamen Zielen der Mitte-Links-Allianz zählt der Abzug der italienischen Truppen aus dem Irak. "Die große demokratische Allianz ist über den Truppenabzug aus dem Irak geschlossen", meinte Prodi. Er drängte die Regierung, sich für die Einberufung einer großen internationalen Friedenskonferenz über den Irak einzuschalten. Rund 3.000 italienische Soldaten sind seit eineinhalb Jahren im Südirak stationiert. (apa)
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