Video im Web aufgetaucht: Türkische und kurdische Geisel im Irak enthauptet
- Aufständische in Sadr City begannen mit Auslieferung ihrer Waffen
·"Sie haben nichts für mich getan"
Video: Letzter Hilferuf der britischen Geisel an Blair
Islamisten haben offenbar erneut einen im Irak entführten Türken sowie seinen kurdischen Übersetzer enthauptet. In zwei am Montag im Internet verbreiteten Erklärungen der bisher unbekannten Gruppe "Unterstützerarmee für die Sunna" wurden alle Türken im Irak aufgefordert, das Land zu verlassen, wo sie "die Kreuzritter in ihrem Krieg gegen den Islam und die Muslime" unterstützten. In einem Video wurden die Geiseln vor ihrer Enthauptung gezeigt.
Der Türke hatte im Auftrag der US-Armee im Irak gearbeitet, der Kurde soll der Demokratischen Partei Kurdistans angehört haben. Details über ihre Entführung wurden zunächst nicht bekannt. Die Ermordung der Geiseln wurde zunächst offiziell nicht bestätigt. Im August und September hatten Geiselnehmer im Irak bereits mindestens zwei Türken getötet.
Auch für die am Sonntag vom arabischen Nachrichtensender Al Jazeera gemeldete Freilassung von zehn türkischen Geiseln gab es bis Montagabend in Ankara keine offizielle Bestätigung. "Wir sagen dazu etwas, sobald sie in der Botschaft (der Türkei in Bagdad) ankommen", sagte Außenminister Abdullah Gül.
Inzwischen begannen in dem seit Wochen umkämpften schiitischen Armenviertel Sadr City in Bagdad die Aufständischen am Montag mit der Auslieferung ihrer Waffen. In Polizeistationen wurden nach irakischen Angaben zahlreiche Maschinengewehre, Minen und Sprengstoff abgegeben. Die Milizionäre des radikalen Predigers Muktada al-Sadr folgten damit einem Abkommen, das sie am Wochenende mit der irakischen Übergangsregierung geschlossen hatten. In anderen Landesteilen hielt die Gewalt jedoch unvermindert an.
Ein Autobombenanschlag und ein Feuergefecht in der nordirakischen Stadt Mossul (Mosul) kosteten am Montag zwei Irakern und einem US-Soldaten das Leben. 27 Menschen wurden verletzt, darunter neun amerikanische Soldaten, wie die US-Streitkräfte und mehrere Krankenhäuser mitteilten. Zunächst habe ein Selbstmordattentäter vor einem US-Militärkonvoi die Autobombe gezündet, danach seien die Soldaten von einer Moschee aus beschossen worden.
Bei einem Raketenangriff im Süden Bagdads wurden zwei weitere US-Soldaten getötet und fünf verletzt, wie die Streitkräfte mitteilten. In Ramadi und Hit westlich der Hauptstadt lieferten sich US-Truppen und Aufständische teils heftige Gefechte. Die irakische Übergangsregierung hofft, nach dem Abkommen mit den schiitischen Aufständischen in Sadr City auch für diese sunnitischen Widerstandshochburgen eine Lösung zu finden.
Der Schutz der Ölanlagen im Süden des Landes wurde unterdessen von irakischen Grenztruppen übernommen. Der Oberbefehlshaber für die südlichen Landesgrenzen, Ali al-Mussawi, übte scharfe Kritik an der US-Sicherheitsfirma, die die Anlagen bisher überwacht hatte. Obwohl die Privatfirma für diese Aufgabe eine Million US-Dollar (806.972 Euro) pro Tag erhalten habe, habe es seit dem Sturz Saddam Husseins 200 Sabotageakte gegeben. (apa/red)
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