Freitag, 15. Oktober 2004

Keine Diplomarbeit, kein Seminarplatz:
Träume der Publizisten sind zerplatzt

  • Studentenproteste gegen prekäre Situation am Institut
  • Demonstration für kommenden Donnerstag geplant

Symbolisch haben am Freitag Publizistik-Studenten ihre Träume zerplatzen lassen. Als Bildungsministerin Gehrer und Uni Wien-Rektor Winckler verkleidet zerstachen sie bei dieser Aktion der Studienrichtungsvertretung Publizistik vor der Uni Wien Luftballons, auf denen Träume wie "Diplomarbeitsbetreuung" oder "Seminarplatz" geschrieben standen.

Sie protestierten damit gegen die Studiensituation am Institut für Publizistik der Uni Wien, wo die Lehrenden beschlossen haben, "wegen des desaströsen Betreuungsverhältnisses" keine Anmeldungen für Diplomarbeitsthemen mehr entgegenzunehmen. Für kommenden Donnerstag planen die Studenten eine Demonstration. Diese richtet sich aber nicht nur gegen die Situation an der Publizistik, sondern wird allgemein bildungspolitische Themen zum Inhalt haben.

Außerdem werden in Kooperation mit der Bundesvertretung der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) rechtliche Möglichkeiten ausgelotet, die Universität zu klagen. Bei der Versammlung am Donnerstag zeigten die auch direkt betroffenen Studenten Verständnis für die Maßnahme der Lehrenden des Instituts.

Inzwischen geht auch die politische Diskussion rund um die Studiensituation an den Unis weiter. SPÖ-Wissenschaftssprecher Broukal warf Bildungsministerin Gehrer "Kaltschnäuzigkeit" vor. Sie negiere die in ihrem Verantwortungsbereich liegenden Probleme und zeige keine Lösungsbereitschaft. Auch mit dem "Minimal-Vorschlag", den Unis zwei Mal 25 Millionen Euro aus den Forschungs-Sondermittel zukommen zu lassen, stoße Gehrer sämtliche Betroffene vor den Kopf. (apa)

15.10.2004 12:39