Mittwoch, 13. Oktober 2004

Nach Fenster-Sturz in Salzburg: 6-jähriges
Mädchen ist außer Lebensgefahr

  • Unklar, ob freiwillig gesprungen oder abgesürzt
  • Lehrerin steht unter Schock

Nach dem Sturz eines sechsjährigen Mädchens aus dem Fenster eines Klassenzimmers im zweiten Stock der Volksschule Maxglan in der Stadt Salzburg am Dienstagnachmittag prüft die Polizei am Mittwoch, ob die Lehrerin an dem Unfall mitverantwortlich war. Der Zustand des Kindes selbst ist nach einer mehrstündigen Operation stabil, Lebensgefahr besteht keine, wie die Sprecherin der Landeskrankenanstalten, Mick Weinberger schilderte.

Derzeit ist immer noch nicht geklärt, ob die Sechsjährige aus dem Fenster gesprungen oder gestürzt ist. Die Lehrerin hatte in der Annahme, alle Kinder seien bereits weg, das Klassenzimmer nach einer Förderstunde gegen 16.00 Uhr zugesperrt. Dabei hatte sie das Mädchen übersehen. Dieses geriet in Panik und kraxelte auf das Fensterbrett.

Die Lehrerin werde heute einvernommen, so die Journalbeamtin der Polizei, Beatrix Moser. Dabei werde auch geprüft, ob auch ein strafrechtlich relevanter Tatbestand vorliege, etwa eine Vernachlässigung der Aufsichtspflicht. Derzeit könne man darüber aber keinerlei Angaben machen, so Moser. Die Pädagogin ist laut Moser nach dem Unfall geschockt.

Die Sechsjährige wurde noch am Dienstag mehrere Stunden lang operiert, so Weinberger. Sie hatte eine Schädelbasisbruch, einen Kieferbruch, Mittelgesichtsverletzungen, einen Oberschenkelbruch und Abschürfungen erlitten. Die Operation habe das Kind gut überstanden. Danach sei es in künstlichen Tiefschlaf versetzt worden. Der Zustand sei schon am Abend stabil gewesen, Lebensgefahr bestehe nicht.
(apa)

13.10.2004 09:46