Dienstag, 12. Oktober 2004

Aids-Gesellschaft warnt: Trotz sinkender Todeszahlen steigen die Infektionen

  • Nur knapp jedes fünfte Paar verwendet ein Kondom
  • Behandlungsmöglichkeiten haben sich verbessert

Die HIV-Infektionsrate steigt auch in Österreich. Betroffen sind mehr denn je heterosexuelle Paare und Menschen unter 30. Allerdings haben sich nicht nur die gefährdeten Personenkreise und das Risikoverhalten verändert, sondern auch die Behandlungsmöglichkeiten. Die Aids-Gesellschaft warnte im Vorfeld des Österreichischen Aids-Kongresses in Wien davor, das Infektionsrisiko zu vernachlässigen.

Ein bis zwei Österreicher haben sich im vergangenen Jahr pro Tag mit dem HI-Virus neuinfiziert, rechnete Brigitte Schmied, Präsidentin der Österreichischen Aids-Gesellschaft, vor. Ein Grund für diese alarmierend hohe Infektionsrate liege in der Sorglosigkeit bei sexuellen Kontakten. "Nur knapp jedes fünfte Paar verwendet beim Geschlechtsverkehr ein Kondom - den nach wie vor einzigen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten", so Schmied.

Aufklärung und Information müssen wieder präsenter werden, vor allem auch bei jenen Menschen, die nur mangelhaft Deutsch beherrschen, forderte daher die Präsidentin der Aids-Gesellschaft. Wichtig sei ihr weiters die Verbreitung von Wissen über die so genannte Post-Expositions-Prophylaxe (PEP). Die möglichst rasche Anwendung von PEP nach einem riskanten Kontakt mit dem HI-Virus würde das Ansteckungsrisiko um rund 80 Prozent senken, so Schmied.

Die Behandlungsmöglichkeiten bei einer Infektion seien heutzutage gut. "HIV-Positive sterben heute nicht mehr an, sondern mit der Krankheit", meinte Hans Jäger, der in München eine Praxis mit HIV- Schwerpunkt führt. (apa)

12.10.2004 13:40