Dienstag, 12. Oktober 2004

Grausiger Fund in Amstetten: Totes Baby in Plastiksackerl eingewickelt

  • Fall offenbar geklärt: Türkin steht unter Verdacht
  • 36-Jährige sprach von Totgeburt

Der Tod eines Babys im Bezirk Amstetten ist geklärt: Nach Angaben der Sicherheitsdirektion von Dienstagnachmittag steht eine 36-jährige türkische Staatsangehörige unter Verdacht, den Säugling getötet zu haben. Die Frau selbst gab an, es habe sich um eine Totgeburt gehandelt.

Den Ermittlungen zufolge war die Türkin in den Abendstunden des Freitag vergangener Woche mit starken Unterleibs-Blutungen in das Krankenhaus Waidhofen a.d. Ybbs eingeliefert worden. "Die ärztlichen Untersuchungen ergaben, dass sie kurz zuvor eine Entbindung hatte. Außerdem wurde in ihrer Handtasche ein auf ihren Namen lautender Mutter-Kind-Pass vorgefunden", berichtete die Sicherheitsdirektion. Trotz dieser ihr vorgehaltenen Umstände habe die Frau die Schwangerschaft bzw. die stattgefundene Entbindung geleugnet.

Die Amtshandlung wurde in weiterer Folge von der Mord- und Tatortgruppe der Kriminalabteilung Niederösterreich übernommen. In der Unterkunft der 36-Jährigen wurde unter dem Bett ein Plastiksack mit der Leiche eines neugeborenen Buben gefunden. Laut den Ermittlern gab die Frau daraufhin zu, in ihrer Wohnung im Badezimmer eine Totgeburt erlitten zu haben. Sie habe sich zu diesem Zeitpunkt allein zu Hause aufgehalten. Ihre Schwangerschaft sei niemandem bekannt gewesen. Sie selbst, so die 36-Jährige, habe davon erst am 9. September erfahren, nachdem sie wegen Bauchschmerzen einen Gynäkologen aufgesucht hatte. Die 36-Jährige gab auch an, keinen Freund zu haben und sich die Schwangerschaft nicht erklären zu können.

Bei der Obduktion der Säuglingsleiche in der Gerichtsmedizin in Linz wurden laut Sicherheitsdirektion Einblutungen im Schädel, Bauchbereich und in den Nierenlagen festgestellt, "die von einem aktiven Angriff herrühren". Der Säugling sei daher lebensfähig gewesen und habe nach der Geburt auch kurz gelebt. Als unmittelbare Todesursache gilt eine "Behinderung der Atemwege". Verletzungsbild und Todesursache sind laut Gerichtsmediziner "typisch für ein Tatverhalten gemäß § 79 StGB (Tötung eines Kindes bei der Geburt)", so die Sicherheitsdirektion. Die Frau wurde der Staatsanwaltschaft St. Pölten angezeigt. (apa/red)

12.10.2004 16:44