Publizistik-Institut überfordert: "Sofort-maßnahme" für Studenten "irritierend"
- Dauerhafte Beschäftigung von Professoren gefordert
- ÖH: Ministerin Gehrer stellt sich "blind und taub"
·3.000 Studierende verlieren Abschluss!
Publizistikinstitut nimmt keine Diplomarbeiten an
·AK: Teures Minus am Studentenkonto
Überziehungszinsen bis zu 9,5 Prozent möglich
Für "äußerst irritierend" halten Studentenvertreter den Vorschlag des Rektorats der Universität Wien, die Personalsituation am Publizistik-Institut kurzfristig durch den Einsatz von Diplomarbeitsbetreuern aus dem Ausland zu entlasten. Dabei stelle sich die Frage, welche Vorstellung das Rektorat von Diplomarbeitsbetreuung habe. Es scheine den Verantwortlichen nicht bekannt zu sein, dass Recherche und Verfassen einer solchen Abschlussarbeit mindestens ein Semester in Anspruch nehme. "Wir fordern eine Lösung, die eine dauerhafte Verbesserung der Situation nach sich zieht", so Studienrichtungsvertreter Axel Maireder.
Prinzipiell sei es zwar erfreulich, dass die Universitätsleitung finanzielle Mittel zur Verfügung stellen wolle und die langjährigen Probleme der Publizistik endlich anerkenne, meinte Maireder. "Unabdingbar" sei aber eine dauerhafte Beschäftigung und nicht nur kurzfristige "Anmietung" von zusätzlichem wissenschaftlichem Personal sowie eine adäquate räumliche Ausstattung.
Kritik kommt auch von der Bundesvertretung der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH). Man habe täglich mit neuen "Einzelschicksalen" zu tun, Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) stelle sich aber "blind und taub", kritisierte die stellvertretende ÖH-Vorsitzende Patrice Fuchs. Natürlich wolle man zunächst eine "Erstversorgung" von besonders schlimmen Fällen wie etwa an Publizistik, Psychologie und Pädagogik an der Universität Wien sowie an der Medizinischen Universität Wien.
Letztendlich gehe es aber auch um eine nachhaltige Lösung. "Die Universitäten und die Studierenden haben ein Recht auf finanzielle Sicherheit. Das 'Dahinrudern' kurz vor dem Ertrinken muss ein Ende haben", so Fuchs. ÖH-Chefin Barbara Wittinger forderte einen finanziellen Polster, der in Notfällen den betroffenen Studierenden zugute kommt.
(apa/red)
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