Intelligentes Gaspedal bremst Raser: Pedal stellt sich auf Verkehrssituation ein
- Die ersten Prototypen sind bereits für 2005 geplant
- Chemnitzer Forscher erhielten Innovations-Preis
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Mit einem intelligenten Gaspedal aus einem Faserverbundstoff sollen in Zukunft Raser gebremst werden. Das aus einem Stück gefertigte Gaspedal könne sich dank "intelligenter Materialien" und eingebauter Sensoren aktiv auf den Autofahrer und die jeweilige Verkehrssituation einstellen, teilte die Technische Universität Chemnitz mit.
Für ihre Entwicklung wurden die Maschinenbauer der Universität den Angaben zufolge mit dem Hochschul-Innovationspreis des Arbeitskreises Verstärkte Kunststoffe (AKV) ausgezeichnet.
Pedal passt sich Fahrsituation an
Der besondere Clou des aktiven Gaspedals ist, dass es sich flexibel an die individuelle Fahrsituation anpasst. "Durch Sensoren, die in den Faserverbund eingelegt sind, und durch aktive Materialien wie Formgedächtnislegierungen oder Piezowerkstoffe kann die Pedalkraft und damit die Geschwindigkeit individuell reguliert werden", erläuterte Jan Kunzmann, der an der TU Chemnitz die Forschungsgruppe Struktronik leitet. In Kombination mit Fahrerassistenzsystemen sei es dann etwa möglich, durch das aktive Gaspedal notorische Drängler mit Bleifuß nahezu auszubremsen. So könne das Pedal beispielsweise anfangen zu vibrieren, wenn der Sicherheitsabstand zum Vordermann unterschritten werde.
Innovativer Werkstoff macht´s möglich
Grundlage der Innovation ist demnach neben dem Faserverbundwerkstoff die funktionsorientierte Bauweise. Im Vergleich zu herkömmlichen Nutzfahrzeug-Pedalen aus Stahl, die aus bis zu 13 Einzelteilen zusammengesetzt seien und knapp 1,3 Kilogramm auf die Waage brächten, sei das neue Faserverbund-Pedal mit rund 200 Gramm um 80 Prozent leichter. Weil es aus nur einem Bauteil bestehe, lasse es sich zudem wesentlich billiger herstellen, da sämtliche Montagekosten entfielen.
Erste Prototypen 2005
Nach Angaben der TU werden die ersten Gaspedale dieser neuen Generation derzeit in Kooperation mit einem Mittweidaer Sensorik-Hersteller getestet. Erste Prototypen sollen voraussichtlich Ende 2005 in Fahrzeugen getestet werden, eine Serienproduktion solle in etwa zwei Jahren denkbar sein, hieß es.(apa/red)
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