Montag, 4. Oktober 2004

Der ÖAMTC will den Schilderwald lichten: Start einer neuen Verkehrszeichen-Studie

  • Ziel ist, mehr Übersicht im Straßenverkehr zu erreichen
  • PLUS: Die konkreten Forderungen im großen Überblick

Den Schilderwald entforsten und lichten. Das ist das Ziel einer europaweiten Verkehrszeichen-Studie, die der ÖAMTC dieser Tage mit seinen Schwesterclubs startet. In 14 Ländern wird in Telefon- und Internetbefragungen erhoben, wo die Problematik von Beschilderung und Wegweisung liegt.

"Die Autofahrerclubs wollen gemeinsam auf breiter Basis analysieren, wo es nach Ansicht der Verkehrsteilnehmer Verbesserungspotenzial gibt", sagt ÖAMTC-Verkehrstechniker Roman Michalek. Geprüft wird auch eine europaweite Standardisierung von Verkehrszeichen.

Schilderwald
Die StVO in Österreich sieht vor, dass nicht mehr als zwei Verkehrszeichen auf einer Anbringungsvorrichtung montiert sein dürfen, eventuelle Zusatztafeln zählen nicht extra. Ausnahmen von der Zählregel gelten bei Ortstafeln und Kurzparkzonen. Die ÖAMTC-Experten beobachten aber immer wieder eine Umgehung der Bestimmungen: Es werden unmittelbar nebeneinander mehrere Verkehrszeichen-ständer aufgestellt, auf denen dann in Summe weit mehr Tafeln angeschraubt sind.

Mehr Übersicht
Der Club verlangt daher, dass in einem gewissen Bereich - zur Diskussion stehen etwa 20 Meter - nicht mehr als zwei Kundmachungen angebracht sein dürfen. Wo es möglich ist, sollten auf Zusatztafeln so oft wie möglich Zeichen (z.B. Pfeile) anstelle von Texten (z.B. "Anfang", "Ende", "von" "bis", "für" "außer") verwendet werden. "Diese Texte sind für nicht-deutschsprachige Straßenbenützer oft unverständlich, es werden daher Übertretungen provoziert", sagt Michalek.

RoadSigns-Erhebung
Die "RoadSigns"-Erhebung wird von Anfang Oktober bis Mitte Dezember im Rahmen der Testreihe "EuroTest" durchgeführt. Die Experten des ÖAMTC und seiner Schwesterclubs wollen unter anderem wissen, ob die Verkehrsteilnehmer wegen unklarer Beschilderung schon in gefährliche Situationen geraten sind. Wann werden Verkehrszeichen als überflüssig empfunden und wie finden sich Autofahrer mit der Beschilderung im Ausland zurecht? Auch zu einer europaweiten Vereinheitlichung der Verkehrschilder - was etwa Symbole oder Größe angeht - werden die Verkehrsteilnehmer befragt.

Forderungen
Auf die Analysen sollen dann Taten folgen: "Verkehrszeichen müssen leicht verständlich sein. Sie dürfen nicht zu knapp aufeinander folgen und keinesfalls im Widerspruch zueinander stehen. Dazu soll der Schilderwald mit Maß und Ziel und im Sinne der Verkehrssicherheit entrümpelt werden", erklärt der ÖAMTC-Experte die Zielsetzung des Projekts. Auf der Homepage des Clubs kann man beim Voting mitmachen.(red)

Info-Link:

www.oeamtc.at



4.10.2004 10:57