Autos lernen sehen, denken und ragieren: Fahrassistenzsystem soll Lenker entlasten
- Technik hilft beim Bremsen, Parken und auch Fahren
- Erste Systeme kommen kommendes Jahr zum Einsatz

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Fahrassistenzsysteme werden künftig "den Schutzengel elektronisch unterstützen", prophezeite der Geschäftsführer von Bosch, Peter Marks, bei einer Demonstration des aktuellen Entwicklungsstandes. Was vor wenigen Jahren noch als Utopie galt, ist schon Realität: Autos beschleunigen und bremsen automatisch, halten Abstand und parken am Ende der Fahrt selbstständig ein.
Die technischen Helfer sollen die Lenker entlasten, aber nicht bevormunden, sagte Marks. Das Hauptziel sei eine Senkung der Unfallzahlen. Laut Studien könnten rund 60 Prozent der Auffahrunfälle und fast ein Drittel aller Frontalzusammenstöße vermieden werden, würde ein Lenker nur eine halbe Sekunde früher reagieren. Genau diesen Bereich will Bosch durch ausgekügelte Sensorik, Warnung der Fahrer und sogar durch eigenständiges Bremsen überbrücken.
Crashfrei in der Kolonne fahren
Jeweils in mehreren Ausbaustufen werden Systeme mit bestimmten Funktionen entwickelt. Künftig reicht es etwa bei der Abstandskontrolle ACC(Adaptive Cruise Control), sich am Vordermann "anzuklinken". Die Technik macht es möglich, dass die Pedale im Stau nicht mehr betätigt werden müssen. Am Testgelände an der Solitude-Rennstrecke bei Stuttgart reichte schon eine Hebelbewegung, um die Testfahrzeuge crashfrei in der Kolonne fahren zu lassen.
Zusammenstoß vermeiden
Schon ab Anfang des kommenden Jahres soll PSS (Predictive Safety Systems) frühzeitig einen drohenden Zusammenstoß erkennen. Die Gurte werden gestrafft, die Bremsanlage auf eine Vollbremsung vorbereitet. Im Endausbau leitet das System eine Vollbremsung ein - aus rechtlichen Gründen allerdings erst dann, wenn der Fahrer keine Chance hätte, dem Hindernis noch auszuweichen. Zumindest die Schwere des Anpralls kann dadurch reduziert werden. In der Praxis rast der Testwagen auf ein Hindernis zu, warnt den Fahrer und leitet schließlich eine Notbremsung ein.
Automatisches Spurhalten
Längst nicht mehr Zukunftsmusik sind die automatischen Spurhaltesysteme. Kameras erkennen die Bodenmarkierungen, die Elektronik schlägt Alarm, wenn die errechnete Fahrlinie vom Straßenverlauf abweicht. Wer künftig etwa ohne zu blinken auf der Autobahn die Spur wechselt, erhält via Fahrersitz eine kurze aber kräftige Oberschenkelmassage.
Parkassistenz
Hauptsächlich die Bequemlichkeit des Lenkers haben die Parkassistenzsysteme von Bosch im Sinn. Eigene Sensoren vermessen im Testbetrieb Länge und Tiefe einer Parklücke. Danach sagt die Elektronik ganz genau, wie lange und wie stark eingeschlagen werden muss, um den fahrbaren Untersatz abzustellen. Dank elektrischer Servolenkung wird bei Prototypen auch dieser Part übernommen. Der Fahrer wird zum Passagier, der nur noch Gas geben und bremsen braucht.(apa)
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