Mittwoch, 6. Oktober 2004

Dicke Luft - Der Raucher-Krieg: Welche Verbote kommen, wie sich Raucher wehren

  • Verschärfte Rauchverbote, horrende Strafen, grausliche Tschick-Packerln – so hart wird das Leben für Raucher

Aschenbecher sucht man am BRG Oberschützen vergeblich. Seit Beginn des neuen Schuljahres dürfen an der südburgenländischen Bildungsstätte nur mehr die Köpfe rauchen, sonst gilt „no smoking“. Auch am Sportplatz, im Lehrerzimmer, am Schulhof und am Schulparkplatz ist Rauchen verboten.

Direktor Alfred Kainz: „Die Initiative dafür ging von den Schülern aus und gilt selbstverständlich auch für alle Lehrer und Eltern, solange sich diese auf dem Schulgelände befinden.“ Der Grund für die österreichweit bislang einmalige Aktion: Nichtraucher sollen vor Schädigungen durch Passivrauchen geschützt werden. Kainz: „Weiters sollten alle Gewohnheitsraucher die Gelegenheit nützen und versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören. Und seien wir mal ehrlich: Wenn man wirklich will, kann man einen Vormittag lang ,ohne‘ auskommen.“

Harte Zeiten für 2,3 Mio. Raucher. Geht es nach den Plänen von Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat, können sich Raucher ab 1. Jänner 2005 warm anziehen. Denn in vielen Bürohäusern, Ämtern und anderen öffentlichen Gebäuden mit Publikumsverkehr ist Rauchen ab dann strengstens untersagt. Wer trotzdem zum Glimmstängel greift, muss mit einer Verwaltungsstrafe von bis zu 720 Euro rechnen. Da lohnt sich für Nikotinsüchtige auch im Winter der Griff zum Mantel und der Gang vor die Tür. Die Maßnahmen im Einzelnen:

  • Nichteinstiegs-Kampagne für Jugendliche: Da das Einstiegsalter bei Rauchern immer weiter sinkt – derzeit rauchen bereits 26 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 20 Prozent der gleichaltrigen Burschen täglich – wird ab 2005 eine österreichweite Werbekampagne starten, die für Jugendliche das Rauchen „uncool“ machen soll. Maria Rauch-Kallat will in weiterer Zukunft auch die Schulen zu rauchfreien Zonen machen. Dazu gibt es Gespräche mit Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer.

  • Unterstützung zum Rauch-Ausstieg: Mit der Kampagne „Die letzte Zigarette“ soll ausstiegswilligen Rauchern der Entzug erleichtert werden. Immerhin tragen sich laut NEWS-Gallup-Umfrage bereits 69 Prozent der heimischen Raucher mit dem Gedanken, die Zigarette ein für allemal auszudämpfen. Das soll ihnen jetzt in eigenen Nikotininstituten unter ärztlicher Aufsicht erleichtert werden. Auf der Internet-Gesundheitsplattform www.isch.at gibt es dazu einen eigenen „Rauchmelder“.

  • Neue Rauchverbote: Der Nichtraucherschutz wird ausgeweitet. In Zukunft gilt in öffentlich zugänglichen, geschlossenen Räumen – also neben Geschäftslokalen auch Einkaufszentren und Bahnhöfen – ein generelles Rauchverbot. Diese Verbote müssen deutlich sichtbar gekennzeichnet werden. Rauch-Kallat: „Unsinnigkeiten wie ein Aschenbecher neben einem Rauchverbotsschild wird es dann nicht mehr geben.“

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    6.10.2004 15:13