Heftige Kritik gegen Post-Reform: Zeitungen fürchten massive Verteuerung
- Mödlhammer spricht von Gefahr einer "2-Klassen-Gesellschaft"
Auf breite Ablehnung stoßen die Pläne der Post, die Paket- und Zeitungszustellung am Land zu verteuern. Eine dementsprechende Änderung des Postgesetzes wird vom Gemeindebund, Bauernbund, dem Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) und Post-Mitbewerber Redmail abgelehnt. Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer sprach von der Gefahr einer Zwei-Klassen-Gesellschaft, schon jetzt seien Bewohner von Landgemeinden benachteiligt. Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) befürchtet eine Verteuerung der Zeitungszustellung in viele Regionen und damit zusätzliche Kosten für die Verlage.
Ablehnung kam auch vom Österreichischen Bauernbund. "Das wäre eine eklatante Benachteiligung des ländlichen Raumes, für die wir keinerlei Verständnis haben", erklärte Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch in der Tageszeitung "Die Presse" . Die Post würde damit ihren Anspruch aufgeben "neben der betriebswirtschaftlichen Orientierung auch Daseinsvorsorge zu erbringen". Und er droht: "Wenn sich die Post nun von diesem Weg verabschiedet, muss man auch darüber reden, ob ihre besondere Stellung im wirtschaftspolitischen Bereich noch gerechtfertigt ist", so Grillitsch.
Redmail-Chef Kurt Schügerl ortet ein "ungeheuerliches Vorgehen" von Seiten der Post und wirft ihr vor, sich im nicht geöffneten Bereich "die Butter am Brot zu verdienen". Wenn die Post für Pakete und Zeitungen unterschiedlich viel verlangen will, dann sollte man gleich den kompletten Markt öffnen - dieser würde die Preise dann fair regeln. Kritik gab es auch für die Regierung, die es nicht geschafft hätte, einen unabhängigen Post-Regulator zu installieren - wie das in anderen europäischen Staaten der Fall sei.
(apa/red)
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