Die Post bringt allen was - nur teurer: Tarife für Pakete sollen erhöht werden
- Begründung: Zunehmende Konkurrenz am Markt
- Zeitungen fürchten "2-Klassen-Gesellschaft"
Geht es nach der Österreichischen Post, sollen Pakete aufs Land in Zukunft mehr kosten als in der Stadt. Post-Sprecher Michael Homola hat am Freitag einen Pressebericht bestätigt, wonach die Post den einheitlichen Flächentarif aufheben möchte. Möglich machen soll dies eine Änderung des Postgesetzes.
Derzeit ist der Post eine Staffelung der Tarife durch die geltende Universaldienstverordnung verboten, gestaffelte Portos gibt es nur bei Postwurfsendungen. Hintergrund für die neue Forderung der Post ist der zunehmende Wettbewerb. Private würden die Paketzustellung schon heute in der Stadt günstiger anbieten, dafür aber Pakete, die fürs Land adressiert sind, der Österreichischen Post übergeben, argumentiert der Sprecher.
Ähnliche Überlegungen zu einer Staffelung der Tarife hat die Post auch für den herkömmlichen Brief angestellt. Hier soll der Markt nach EU-Plänen 2009 liberalisiert werden. Post-Sprecher Michael Homola räumt aber ein, dass eine unterschiedliche Frankierung beim Inland- Standardbrief weit "schwierig möglich sein" werden. Den meisten Kunden wäre wohl unklar, mit wie viel Porto die Briefe frankiert werden müssen. Und anders als Pakete würden Briefe kaum am Postamt aufgegeben, wo man dem Kunden assistieren könnte, betont der Sprecher.
Die Post fürchtet dennoch auch am Briefsektor eine ähnliche Wettbewerbsentwicklung wie im Paketbereich. Der Monopolist will daher am Montag bei einer ersten Enquete zur geplanten Gesetzesänderung kommenden Montag dem Verkehrsministerium ein Lizenzsystem vorschlagen.(apa)
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