Aus für Billigflieger V Bird: Für 3.000 Fluggäste herrscht blanke Ungewissheit
- Ein Jahr nach Start sind keine Flüge mehr zu buchen
Ein Jahr nach dem Start hat der niederländische Billigflieger V Bird seinen Flugbetrieb eingestellt. V Bird flog mit vier Maschinen vom Airport Weeze am Niederrhein aus 17 Ziele in Europa (darunter auch Wien) an und hatte zuletzt rund 180 Mitarbeiter. Allein am Freitag wollten rund 3.000 Fluggäste mit V Bird-Jets in Weeze landen oder starten, berichtete der Sprecher des Flughafens, Holger Terhorst. Als "Soforthilfe" setzte der Flughafen Düsseldorf drei Pendelbusse ein. Die Kölner Fluglinie Germanwings bot den Fluggästen Sonderkonditionen für Umbuchungen an.
Auf der Homepage des Flughafen Wien-Schwechat ist der für 17.45 Uhr geplante Flug (VBA1058) nach Niederrhein kommentarlos als "Ausfall" angeführt.
Im Flughafen-Terminal im deutschen Weeze herrschte heute Ungewissheit bei den Betroffenen. Der V Bird-Schalter, an dem die Fluggäste eigentlich ihre Tickets abholen, war nicht besetzt. "Das ist chaotisch. Hier gibt es keine Informationen. Keiner hat uns angesprochen und nicht mal einen Kaffee bekommen wir", ärgerte sich ein niederländisches Ehepaar, das über das Wochenende nach Manchester reisen wollte. Das Paar hatte Angst, dass es auch sein Geld nicht erstattet bekommt.
"Es tut uns Leid. Leider sind keine Hinflüge mehr zu buchen", informiert das Buchungsportal der V Bird-Internetseite. Und auch die Reservierungs-Hotline wurde auf Eis gelegt. In der Zwischenzeit haben auch die vier weißen Flieger vom Typ A 23 mit dem großen, blauen "V" ihren "Parkplatz" auf dem Vorfeld des Airport-Geländes verlassen und wurden den Leasingfirmen übergeben. Der Billigflieger aus den Niederlanden, der in Weeze auch seine Heimatbasis hatte, habe bereits in der vergangenen zwei Wochen intensiv nach einem neuen Investor gesucht, berichtet Flughafensprecher Terhorst.
"Klar ist das ein Rückschlag. Der wirft uns aber nicht aus der Bahn", zeigt man sich am Airport trotzdem optimistisch. Schließlich baue die irische Ryanair zum Winter hin ihr Flugangebot von drei auf insgesamt fünf Routen aus und will im ersten Jahr gut eine halbe Million Passagiere befördern. Bei der Suche nach neuen Fluglinien habe man am ehemaligen britischen Militärflughafen zudem noch ein Ass im Ärmel: "V Bird hat gezeigt, dass besonders die Verbindungen nach München und Skandinavien hier sehr gut gelaufen sind. Das macht uns Hoffnung."
Weniger Hoffnung allerdings steht den Fluggästen ins Haus, die im Ausland auf ihren Koffern sitzen bleiben. "Das muss eigentlich die Airline bewerkstelligen", sagte Terhorst. "Vermutlich sind die Kunden erstmal auf sich allein gestellt." Am Flughafen wurde aber gleich nach Bekanntwerden der Hiobsbotschaft reagiert: "Wir haben hier erstmal das Restaurant für die V Bird-Passagiere reserviert. Dort bekommen sie einen Kaffee und eine Kleinigkeit zu essen."
(apa/red)
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