Warten auf die Rettung: KarstadtQuelle bisher ohne Übernahmeangebot
- Mehrere Interessenten an Teilen des Konzerns
- Verkauf des ganzen Konzerns kommt nicht in Frage
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Dem angeschlagenen KarstadtQuelle-Konzern liegen derzeit keine Übernahmeangebote vor. Es gebe auch keine Verhandlungen, sagte Unternehmenssprecher Jörg Howe in Essen. Er bestätigte aber, dass die US-Beteiligungsgesellschaft Blackstone Interesse am Immobilienvermögen des Konzerns habe. Konkrete Gespräche würden allerdings auch mit Blackstone nicht geführt. Zudem gebe es noch weitere Interessenten. Namen wollte Howe aber nicht nennen.
Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung will KarstadtQuelle bei den anstehenden Tarifverhandlungen auch eine Einschränkung des Personalrabbats durchsetzen.
Blackstone bereitet nach den Worten von Deutschland-Chef Hanns Ostmeier derzeit keine Offerte vor. Er schließe aber nicht aus, dass sich die Gesellschaft Teile des Konzerns ansehen würde, wenn sie auf den Markt kämen, sagte Ostmeier der "Financial Times Deutschland" (Mittwochsausgabe). Nach ersten Übernahmegerüchten war die KarstadtQuelle-Aktie am Dienstagabend an der Frankfurter Börse steil nach oben geschossen. Die Anteilsscheine verteuerten sich um 24 Prozent und lagen zeitweilig bei 14,20 Euro. Am Mittwoch notierte die Aktie wieder unter 13 Euro.
Bei den anstehenden Tarifverhandlungen soll auch der Personalrabatt auf dem Prüfstand, wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf einen Sprecher des Handeslkonzerns berichtete. KarstadtQuelle-Sprecher Howe wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern. Er sagte lediglich, es werde über alle sozialen Leistungen verhandelt. Derzeit müssen die Beschäftigten laut "Bild" für ihre Einkäufe zehn bis 15 Prozent weniger zahlen als Normalkunden. Davon ausgenommen seien Lebensmittel sowie Elektronik- und Multimedia-Produkte.
Der Karstadt-Gesamtbetriebsrat bezweifelt eine schnelle Einigung zwischen Belegschaft und Management bei der Sanierung des Konzerns. "Es ist unwahrscheinlich, dass wir bis Ende Oktober eine Einigung finden werden", sagte Gesamtbetriebsrats-Mitglied Peter Müllers dem "Tagesspiegel" (Mittwochsausgabe). Der Konzern will bis dahin ein Ergebnis bei den Verhandlungen erzielen. Die Belegschaft hatte am Dienstag den Sanierungsplan des Konzerns abgelehnt. Das Management wies dagegen seinerseits die angebotenen Zugeständnisse bei übertariflichen Leistungen als nicht ausreichend zurück.
Ein Verkauf des gesamten KarstadtQuelle-Konzerns ist jedoch nach Angaben des Unternehmens ausgeschlossen. "Der Verkauf als Ganzes kommt nicht in Frage", sagte Investor-Relations-Leiter Detlef Neveling. "Die Aufgabe der Selbstständigkeit ist keine Option, insofern erübrigt sich die Frage nach einer Komplettübernahme" sagte Neveling zu Berichten über angebliche Äußerungen der US-Investmentgesellschaft Blackstone vom Vorabend, sie könne sich auch die Übernahme des gesamten Konzerns mit dessen gut 15 Mrd. Euro Umsatz vorstellen. (apa/red)
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