Dienstag, 5. Oktober 2004

AK-Kritik: "Arbeitslosigkeit ist das größte Problem, das wir in Österreich haben"

  • Tumpel: Keine Rede von Entspannung

"Die Arbeitslosigkeit bleibt auf einem traurigen Rekordniveau und damit das größte Problem, das wir in Österreich haben", so AK-Präsident Herbert Tumpel zu den veröffentlichten Arbeitsmarktdaten. Von einer Entspannung könne keine Rede sein. Nach wie vor tragen vor allem Frauen und Arbeitnehmer im Haupterwerbsalter die Hauptlast der Arbeitslosigkeit.

Bei mehr als 36.000 arbeitslosen Jungen und fast 17.000 Mädchen und Burschen, die keine Lehrstelle im Betrieb finden können, sei auch bei den Jungen alles andere als Entwarnung angesagt. Trotz der alarmierenden Lage auf dem heimischen Arbeitsmarkt halte die Regierung an ihrer völlig verfehlten Wirtschaftspolitik festhält, kritisiert Tumpel.

Die Regierung mache Österreich zur europäischen Steueroase für Unternehmer. Verluste, die Unternehmer im Ausland machen, können sie in Österreich einfach gegenverrechnen und zahlen so keine Steuern. Jetzt werde sogar noch die Abwanderung von Betrieben ins Ausland begünstigt, so der AK-Präsident. Dies sei eine Wirtschaftspolitik, die Arbeitsplätze vernichtet.

Ein besonderes Problem zeichne sich bei den älteren Arbeitslosen ab, das nur durch die Statistik zugedeckt werde. Zwischen Jänner 2002 und 2004 hat sich die Zahl der Pensionsvorschussbezieher von 15.000 auf 30.000 verdoppelt. Diese Menschen, vorwiegend Ältere, scheinen in der Arbeitslosenstatistik nicht auf. Rund die Hälfte von ihnen erhalten aber keine Pension, sondern bleiben weiterhin arbeitslos. Rechnet man diese in die Arbeitslosenzahlen ein, so wäre die Zahl der älteren Arbeitslosen über 50 nicht gesunken, sondern sogar um 5.000 bis 10.000 angestiegen.

Die Arbeiterkammer (AK) fordert wiederholt mehr öffentliche Investitionen. Ein massiver Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen würde endlich das Haupthindernis für die Integration der Frauen in den Arbeitsmarkt beseitigen und Beruf und Familie besser vereinbar machen. weiters seien mehr Mittel für das Arbeitsmarktservice (AMS) notwendig, um auch die Arbeitsmarktintegration von Menschen im Haupterwerbsalter ausreichend fördern zu können. (apa/red)

5.10.2004 13:04