Parmalat-Prozess: Schlangen wütender Anleger vor dem Mailänder Justizpalast
- Wollen als Zivilkläger an Vorverfahren teilnehmen
- Firmengründer Tanzi beim Vorverfahren nicht dabei
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Schlangen geprellter Anleger, die wegen der Parmalat-Pleite ihre Ersparnisse verloren haben, bildeten sich am Dienstag vor dem Mailänder Justizpalast, in dem das Vorverfahren gegen 29 Ex-Manager des insolventen italienischen Nahrungsmittelkonzerns begonnen hat. Die wütende Investoren, die beim Zusammenbruch von Italiens siebentgrößten Privatkonzern Millionen verloren haben, wollen beim Mailänder Untersuchungsrichter Cesare Tacconi einen Antrag einreichen, um als Zivilkläger am Vorverfahren teilnehmen zu können. Das bedeutet, dass im Falle einer Verurteilung Schadenersatz verlangt werden kann. Einige nationale Verbraucherschutzorganisationen leisten dabei Unterstützung.
Wegen der wartenden Anleger begann das Vorverfahren mit großer Verspätung. "Ich habe wegen der Betrügereien der Parmalat-Manager die Ersparnisse meines ganzen Lebens, 78.000 Euro, verloren", klagte eine 64-jährige Pensionistin. Ihre Bank habe ihr geraten, in Bonds der Parmalat zu investieren, die im vergangenen Dezember unter dem Druck eines Schuldenberg von 14 Mrd. Euro zusammengebrochen war, sagte sie.
Konsumentenschutzverband will als Zivilpartei teilnehmen
Als Zivilkläger wollen auch die Mailänder Börsenaufsichtsbehörde Consob und der Insolvenzverwalter Parmalats, Enrico Bondi, teilnehmen, der seit Dezember den Konzern leitet. Auch der Konsumentenschutzverband Adusbef will sich als Zivilpartei am Verfahren beteiligen. Adusbef vertritt zirka 4.000 geprellte Anleger.
Tanzi aus Gesundheiztsgründen abwesend
Am Vorverfahren nahm der Firmengründer Parmalats, Calisto Tanzi, aus Gesundheitsgründen nicht teil. Wegen des betrügerischen Bankrotts seines Unternehmens hatte Tanzi 275 Tagen in Untersuchungshaft und unter Hausarrest verbracht. Er ist erst seit einer Woche wieder auf freiem Fuß. "Er ist sehr mitgenommen", sagte Tanzis Rechtsanwalt, Giampiero Biancolella.
Schnellverfahren für Ex-Chefs der Buchprüfungssgesellschaft
Untersuchungsrichter Tacconi beschloss am Dienstag, dass die beiden Ex-Chefs der italienischen Tochter der Buchprüfungsgesellschaft Gran Thornton, Lorenzo Penca und Maurizio Bianchi, in einem Schnellverfahren beurteilt werden sollen. Die beiden waren im vergangenen Jänner in den Sog der ausgedehnten Ermittlungen um die Parmalat-Pleite geraten. (apa)
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