Nach Finanzspritze für Linie: Austrian Airlines wollen Mehrheit an Slovak Airlines
- Einstieg bei Malev Hungarian wird ebenfalls angestrebt
- Flughafen Bratislava mit österreichischem Konsortium
·AUA rettet Slovak Airlines vor Pleite
Fünf-Millionen-Kredit sorgt für Fortbestand der Linie
·AUA bekommt neue Konzernzentrale
Aufsichtsrat genehmigt Standort am Flughafen
·AUA-Konflikt: Die Chronologie
Monatelange Diskussion um Sparmaßnahmen
·AUA mit deutlichem Passagierplus
Plus 14%: Nach acht Monaten 6,4 Mio. Fluggäste
Die österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) strebt eine Mehrheitsbeteiligung bei der in finanziellen Schwierigkeiten steckenden slowakischen Slovak Airlines an, der die AUA Medienberichten zufolge mit einem 5 Mio. Euro-Kredit unter die Arme gegriffen hat. "Jetzt ist das mehr eine Unterstützungsaktion, aber es geht in Richtung Mehrheitsbeteiligung", sagte AUA-Chef Vagn Soerensen.
Durch den Einstieg von Austrian wird die slowakische Regierung voraussichtlich ihren Mehrheitsanteil an Slovak Airlines verlieren. Austrian und Slovak führen wie berichtet bereits Gemeinschaftsflüge durch. Die kleine Gesellschaft betreibt derzeit zwei Flugzeuge vom Typ Boeing 737, konnte aber offenbar anstehende Leasingzahlungen nicht mehr leisten.
Strabag, Erste Bank und AUA wollen Flughafen Bratislava
Austrian will sich laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" auch um einen Einstieg bei der ungarischen Malev Hungarian Airlines bewerben, deren Privatisierung mehrfach scheiterte. Zudem hält Austrian 20 Prozent an Ukraine International und einen Minderheitsanteil am Flughafen Bratislava.
Im Rennen um den Flughafen Bratislava, der im nächstem Frühjahr privatisiert werden soll, ist die AUA indes im Konsortium mit der Bauholding Strabag und der Erste Bank, berichtet der "Standard". A-Way, die von der Bauholding Strabag abgespaltene Infrastruktur-Gesellschaft des Konzerns, werde sich gemeinsam mit der Austrian-Airlines-Gruppe und der Erste Bank um eine Betreiberkonzession in Bratislava bewerben, zitiert das Blatt den Chef und Mehrheitseigentümer der Strabag, Hans-Peter Haselsteiner. Dabei sei A-Way der Konsortialführer, die AUA nur mit einer Minderheit beteiligt. Der Grund: Es könne sein, dass bei der Ausschreibung Fluglinien explizit nicht zugelassen werden.
Flughafen der Zukunft in der Slowakei
Der Flughafen Bratislava hat - verglichen mit Wien (14 Mio. Passagiere jährlich) - derzeit noch ein geringes Passagieraufkommen, verzeichnet aber rasante Zuwächse. Von Jänner bis August hat sich die Passagierzahl in Bratislava auf 601.000 verdoppelt, nicht zuletzt auf Grund der Autowerke rund um die Stadt. Sein Engagement begründet Haselsteiner im "Standard" folgendermaßen: "Sollte der Flughafen nicht zum Zug kommen, ist es wichtig, dass noch ein anderes österreichisches Konsortium im Rennen ist."
Neben dem Konsortium um die AUA und dem Wiener Flughafen, der ebenfalls an einem Engagement in Bratislava interessiert ist, gibt es laut Bericht noch zahlreiche andere Interessenten, u.a. die argentinische Gesellschaft Aeropuertos, die amerikanische Glenealy International und die US-kanadische ViaPort. (apa)
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