Samstag, 9. Oktober 2004

Großaufgebot der Polizei bei WM-Qualifikationsmatch Österreich-Polen

  • Insgesamt sind in Wien 1.300 Beamte im Einsatz
  • Einreise gewalttätiger Hooligans nicht ausgeschlossen

Das heutige WM-Qualifikationsmatch Österreich-Polen im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion könnte von Ausschreitungen polnischer Fußballrowdys überschattet werden. Es wird befürchtet, dass gewalttätige Hooligans in die Bundeshauptstadt kommen werden. Die Exekutive geht jedenfalls kein Risiko ein: 1.300 Beamte werden in und um das Stadion für Sicherheit sorgen. "Wir sind aber leider vor nichts gefeit", sagte die Sprecherin der BPD-Wien, Doris Edelbacher.

Die Exekutive wird bereits am Freitagabend verstärkt in der Innenstadt unterwegs sein. Das Problem dabei ist allerdings, dass durch die verschiedenen Einreisewege - die meisten der rund 4.000 erwarteten Anhänger werden mit Bussen und Pkw nach Österreich kommen - nicht genau vorhergesehen werden kann, wo sich Fangruppen sammeln werden. Die Grenzkontrollen werden ebenfalls verstärkt. Dass die Vorsicht nicht unbegründet ist, zeigen schon Internet-Foren, in denen offen zur "Rache" für die nach dem Austria-Match festgenommenen Legia-"Fans" aufgerufen wird.

Erstes "Kennenlernen" bei Austria - Legia
Die Polizei machte am 16. September beim UEFA-Cup-Spiel Austria gegen Legia-Warschau (1:0) in Wien Bekanntschaft mit polnischen Hooligans. Bei Handgreiflichkeiten wurden elf Polizisten verletzt, einem Uniformierten die Dienstwaffe entwendet. Legia-"Fans" inszenierten eine Schlägerei untereinander, demolierten eine teure TV-Kamera sowie Autos und zerlegten ein Buffet vor dem Stadion, um die Sicherheitskräfte in Konfrontationen zu locken, erinnerte sich ein Beamter. "Wir wurden permanent provoziert."

Neben dem Großaufgebot an heimischen Einsatzkräften werden die Beamten von acht polnischen Polizisten unterstützt, die auf Fußballfans spezialisiert sind und über den gewaltbereiten Teil gut Bescheid wissen. Im Stadion selbst herrscht Alkoholverbot.

Öffentliche Verkehrsmittel fahren verstärkt
Die Polizei rät allen Besuchern, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ins Stadion zu kommen. Neben der Linie 21 fahren laut einer Aussendung der Wiener Linien noch einige Züge der Linie O über ihre normale Endstelle am Praterstern hinaus als direkte Zubringer bis zum Stadion. Die Linie 83A wird verstärkt.

Für die Rückfahrt stehen vom Ernst-Happel-Stadion neben der Linie 21 noch Züge der Linien O (nach Favoriten), 5 (über Westbahnhof nach Rudolfsheim), 29 (Richtung Floridsdorf), 43 (Richtung Hernals) und 45 (Richtung Ottakring) zur Verfügung. Weiters werden die U-Bahn-Linien U1, U3 und U4 sowie die Linie 83A verstärkt fahren. (apa)

9.10.2004 09:53