Dienstag, 5. Oktober 2004

Manninger und Stranzl geben vor Polen-Spiel Devise vor: "Die Null muss stehen"

  • Österreichs Verteidigung will kein Tor kassieren
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Im Angriff hat Österreichs Fußball-Teamchef Hans Krankl für die beiden WM-Qualifikationsspiele gegen Polen und Nordirland die Qual der Wahl, doch in der Hintermannschaft führt an zwei Legionären derzeit kein Weg vorbei: Siena-Keeper Alexander Manninger und VfB Stuttgart-Abwehrzentralfigur Martin Stranzl sind am Samstag im ausverkauften Ernst Happel-Stadion die finale Absicherung. Am Dienstag gaben beide bereits die Marschrichtung für den Schlager aus: "Die Null muss stehen."

Der zuletzt in der deutschen Bundesliga überragende Stranzl kam voll gepumpt mit Selbstvertrauen zur Nationalmannschaft: "Beim VfB läuft es derzeit sehr gut und wir haben eine schöne Serie hingelegt." In der Tat. Zuletzt spielten die Schwaben fünf Mal in Serie zu Null (2:0 gegen Bielefeld, 4:0 gegen Ujpest, 3:0 gegen Leverkusen, 2:0 gegen Oberhausen und 0:0 bei Hertha) - der Burgenländer will dies nun auch im Team fortsetzen. "Wir werden versuchen zu Null zu spielen, denn dann fahren wir mindestens einen Punkt ein. Vorne wird uns schon was gelingen."

Vielleicht gelingt dies ja auch wieder dem Abwehrchef, der für die 1:0-Führung gegen Aserbaidschan verantwortlich gewesen war und anschließend gegen Leverkusen auch seinen ersten Treffer für Stuttgart erzielt hatte. "Die Partie gegen Polen wird eine interessante Aufgabe. Das ist eine spielstarke Mannschaft, aber wenn man sich für eine WM qualifizieren will, dann muss man die Spiele zu Hause gewinnen."

Trainingsunfall von Manninger
Sollte die ÖFB-Verteidigung einmal nicht im Bilde sein, dann hält hoffentlich dahinter die Nummer 1 den Kasten sauber. Am Dienstagvormittag glänzte Team-Rückkehrer Manninger (hatte gegen England und Aserbaidschan ein gelungenes Comeback gefeiert) mit reaktionsschnellen Paraden, kurz vor Trainingsende hatte der Salzburger dann aber noch Glück. Bei einer Übung mit dem verstellbaren Tor kippte dieses nach vorne und streifte den Keeper am Kopf. "Hätte es mich voll erwischt, dann wäre das Tor kaputt gewesen", konnte Manninger bei der Pressekonferenz jedoch darüber bereits wieder schmunzeln.

Bei Siena ("Der Wechsel war eine gute Entscheidung. Die Saison ist noch sehr jung, aber bisher bin ich vollauf zufrieden") kassierte er zwar am Wochenende beim 1:4 in Messina vier Gegentore, doch der 27-Jährige zeigte sich davon wenig geschockt: "Wir wurden eiskalt erwischt. Das Sprichwort mit den vergebenen Chancen und den Treffern, die du dann bekommst, hat sich wieder einmal voll bewahrheitet."

Auch Italiens Fußball-Bibel "La Gazzetta dello Sport" gab Manninger an den Gegentoren keine Schuld und bewertete seine Leistung mit der Note 6. Gegen Polen und Nordirland hofft der Schlussmann, dass die Trainings-Panne ("Das war quasi ein Streifschuss. Da ging's um Haaresbreite an Ärgerem vorbei") das einzige Missgeschick bleibt.
(apa)

5.10.2004 18:21