Montag, 4. Oktober 2004

Randale beim Ländermatch? Österreich vs Polen als "sensibles Spiel" eingestuft

  • Angeblich kursieren Aufrufe zu "Racheaktionen" im Web
  • Etwa 4.000 polnische Fans werden in Wien erwartet

Als "sensibles Spiel" stufen die Sicherheitsbehörden das Fußball-WM-Qualifikationsmatch Österreich gegen Polen am Samstag im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion ein - zu vergleichen mit den Begegnungen gegen England und Deutschland. Nach den Festnahmen von vier Legia-Warschau-Fans, die nach dem UEFA-Cup-Spiel ihres Teams gegen Austria in Wien randaliert hatten, soll es im Internet diverse Aufrufe zu "Racheaktionen" gegeben haben.

Bei den Handgreiflichkeiten am 16. September sind elf Polizisten verletzt worden. Einem Uniformierten wurde die Dienstwaffe entwendet. Zum Glück verwendeten die Hooligans die Pistole nicht. Legia-"Fans" inszenierten eine Schlägerei untereinander, demolierten eine teure TV-Kamera sowie Autos und zerlegten ein Buffet vor dem Stadion, um die Sicherheitskräfte in Konfrontationen zu locken, erinnerte sich ein Beamter. "Wir wurden permanent provoziert."

Hooligans in Polen zählen zu den gewaltbereitesten in Europa. Die Polizisten gehen in Polen längst nicht mehr uniformiert in die Sektoren, in denen der Kern der Szene untergebracht ist. Allerdings waren auch im Zusammenhang mit dem Spiel gegen England Ausschreitungen befürchtet worden, die jedoch ausgeblieben sind. Und die Schlachtenbummler der Austria hatten beim Retourmatch gegen Legia Warschau in der polnischen Hauptstadt keinerlei Probleme mit Legia-Fans.

Gerüchte über Warnungen, dass regelrechte Schlägertrupps nach Wien reisen wollen, wurden am Montag von Dr. Günther Marek, Leiter des Referats Sportangelegenheiten im Innenministerium, nicht bestätigt. "Wir sind mit den polnischen Behörden in Kontakt. Wir unterschätzen die Situation sicher nicht, aber es gibt keinen Grund für Panik." Etwa 4.000 Kartenbesitzer werden aus Polen zum Match erwartet.

"Ich kann bestätigen, dass einige Leute nach den Festnahmen in Wien nicht unbedingt glücklich waren", sagte Marek. "Daher kommen Aufrufe der Legia-Fans nicht überraschend. Die Informationen dazu sind da, wir werden uns entsprechend auf die Situation einstellen."

(apa)

4.10.2004 16:40