Montag, 4. Oktober 2004

Austria feierte neunten Sieg in Folge:
Wer kann den Veilchen-Express stoppen?

  • Wiener Dominanz: Nur Rapid hält mit Austria Schritt
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Die Wiener Austria ist die Mannschaft der Stunde in der heimischen Fußball-Bundesliga: Mit dem 5:0-Kantersieg bei der Admira fuhren die Veilchen bei einem Torverhältnis von 29:1 den neunten Pflichtspiel-Sieg en suite ein und behaupteten die Führung vor dem punktgleichen Erzrivalen Rapid, der vor eigenem Publikum gegen Schlusslicht Bregenz zu einem 2:1 kam. Erfolge feierten auch der GAK (2:1 daheim gegen Wacker Tirol) und Superfund Pasching (2:1 im Waldstadion gegen Salzburg).

Trotz oder gerade wegen der noch immer schwelenden Diskussionen rund um "Visitator" Otto Baric fährt der violette Express derzeit wie auf Schienen. "Im Moment muss ich als Trainer praktisch gar nichts sagen. Das ist fast ein Selbstläufer, die Spieler haben unglaubliches Selbstvertrauen", freute sich Sportmanager Günter Kronsteiner, der im Moment fest im Sattel zu sitzen scheint.

Stronach fordert Erfolge in Europa
Das ließ Mäzen Frank Stronach anklingen, der das Schützenfest vor Ort miterlebte. "Die Trainer machen gute Arbeit und haben Harmonie in die Mannschaft hineingebracht", sagte der Bundesliga-Präsident, stellte den Betreuern aber auch die Rute ins Fenster. "Man muss laufend schauen, dass man weiterkommt. Und ich bin erst zufrieden, wenn wir in Europa mitspielen", so Stronach.

Müde Rapid mit Mühe zu Pflichtsieg
Das Abenteuer Europa ist für Rapid bereits beendet, die Nachwirkungen des UEFA-Cup-Abschieds gegen Sporting Lissabon am vergangenen Donnerstag machten den Hütteldorfern gegen Bregenz aber offensichtlich noch zu schaffen. "Wir hatten lange große Probleme, weil einige Spieler nicht frisch genug waren. Ich habe gewusst, dass es nach der kräfteraubenden Sporting-Partie schwierig wird", meinte Rapid-Trainer Josef Hickersberger nach der glanzlosen Darbietung seiner Schützlinge gegen die Ländle-Kicker.

Payer rettete drei Punkte
Matchwinner für den Rekordmeister war vor allem Goalie Helge Payer mit einigen Glanztaten, ehe sich im Finish Unsicherheiten einschlichen. Da Hickersberger Jürgen Macho eine Pause gewährte, kam der 25-Jährige zum ersten Pflichtspiel-Einsatz nach seiner Verletzung unmittelbar vor dem Derby am 1. August. Ob nun nach der Länderspielpause die Tormannfrage bei Rapid neu gestellt wird, wollte der frühere ÖFB-Teamchef nicht beantworten. "Mir wäre es am liebsten, beide wären im Nationalteam und der Teamchef müsste sich damit befassen."

GAK darf wieder jubeln
Grund zur Freude gab es wieder für den Doublegewinner GAK. Die Grazer besiegten im Schwarzenegger-Stadion Aufsteiger Wacker Tirol durch zwei Kollmann-Treffer 2:1 und durften damit über den ersten Liga-Sieg nach drei Niederlagen und einem Remis jubeln. "Wir hätten sogar noch höher gewinnen können", meinte Trainer Walter Schachner. Für seinen Widerpart Helmut Kraft blieb die Erkenntnis, dass "wir 90 Minuten mit dem GAK spielerisch mithalten konnten."

Selbstsicherer Mayrleb trifft und trifft
Neben Kollmann traf mit Christian Mayrleb ein weiterer Teamstürmer im Doppelpack. Der Pasching-Angreifer schoss die Oberösterreicher mit den Saisontreffern acht und neun im Alleingang zum 2:1-Heimerfolg gegen Pasching. "Im Moment habe ich einfach viel Selbstvertrauen", erklärte der 32-Jährige seinen Erfolgslauf, der ihm das Nationalteam-Comeback ermöglichte. "Ich habe mich wieder in den Vordergrund gespielt. Die Entscheidung, ob ich auch in der WM-Qualifikation meine Chance bekomme, liegt beim Teamchef", so der Ex-Austrianer.

(apa/red)

4.10.2004 10:51