Ski alpin: Verbandswechsel perfekt - Pepi Strobl kann ab sofort für Slowenien starten
- Der FIS-Vorstand gab nach dem ÖSV grünes Licht
- Ziel des Neo-Slowenen ist Medaille bei Großereignis
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Josef "Pepi" Strobl ist ab sofort für Slowenien startberechtigt. Der 30jährige Abfahrts- und Super-G-Rennläufer aus dem Lechtaler Ort Holzgau, erhielt am Freitag für diesen Wechsel vom ÖSV ins südliche Nachbarland vom Vorstand des Internationalen Skiverbandes (FIS) grünes Licht, nachdem er dank seines Urgroßvaters aus Dobrava (in der Nähe von Novo Mesto, südöstlich von Laibach) seit dem 29. September über die slowenische Staatsbürgerschaft verfügt und auch der ÖSV diesem Wechsel des Tirolers zugestimmt hat.
Für Strobl, der komplett von Rossignol (Skiern, Schuhe, Bindung, Skistöcke, Brille, Helm) ausgerüstet wird, beginnt somit eine neue Ära. "Ich habe alles gewechselt: Die Nation, das Material und die Freundin - aber das mit der Freundin war Zufall", wird der Tiroler in einer Rossignol-Aussendung zitiert. Der Gewinner von sechs Weltcuprennen (drei Abfahrten, zwei Super G, ein RTL) entschloss sich zum Wechsel nach Slowenien, nachdem er zuletzt kaum mehr für die Speed-Truppe des ÖSV nominiert und auch für die WM 2003 in St. Moritz nicht berücksichtigt worden war.
Medaille soll schon bei der WM in Bormio gelingen
Vor zehn Jahren hatte Strobl mit seinem sensationellen Abfahrts-Sieg in Val d' Isere (bei seinem ersten Weltcup-Start mit Startnummer 61) für Schlagzeilen gesorgt und an diesen Erfolg möchte der 30-jährige im kommenden Winter anschließen: "Zehn Jahre nach diesem historischen Sieg möchte ich jetzt das erreichen, was mir mit dem ÖSV nie gelungen ist. Eine Medaille bei einem Großereignis - also zunächst einmal bei der Weltmeisterschaft in Bormio ab 28. Jänner."
Speed-Bewerbe und vielleicht auch Riesentorlauf
Der Doppelstaatsbürger wird im grünen Rennanzug des slowenischen Skiverbandes (Smucarska Zveza Slovenije) alle Abfahrten und Super-G-Rennen bestreiten und eventuell auch ("wenn ich gut in Schuss bin") im Riesentorlauf antreten. Im slowenischen Team hat er sich bereits gut eingelebt: "Im Team gibt es mehr Gemeinsamkeiten als bei den Österreichern. Dort warst du nach dem Konditions- und Schneetraining meist allein - im slowenischen Team unternehmen wir jedoch auch abseits des Trainings viel gemeinsam".
Sommer-Training bereits mit Slowenen absolviert
Mit Andrej Jerman, Gregor Sparovec sowie drei jungen Läufern hat Strobl im Sommer bereits intensiv trainiert, drei Wochen davon in Zermatt und den Rest im Pitztal, wobei es laut seinen Angaben "in der Qualität des Trainings kaum Unterschiede zu den Österreichern gibt". Slowenisch-Kenntnisse seien zwar nicht nötig, weil im Team meist Deutsch gesprochen werde, aber er habe dennoch bereits Einiges wie "Ja, +Dober dan+ (Guten Tag) und +Hvala+ (Danke)" gelernt.
Übersee-Rennen als Slowenien-Premiere
Für Strobl, der für den Skiklub Kranjska Gora fährt und in der slowenischen Hauptstadt Laibach noch eine Wohnung sucht, geht es ab dem 27. November in Übersee sportlich gleich ordentlich zur Sache. In Lake Louise und Beaver Creek stehen zwei Abfahrten und zwei Super G auf dem Programm, in den USA auch noch ein Riesenslalom. Die slowenische Mannschaft fliegt am 17. November nach Nordamerika und trainiert bis dahin im Pitztal. (apa)
