Samstag, 9. Oktober 2004

Weiter Aufregung um EURO 2008: UEFA bleibt in Stadien-Frage gnadenlos!

  • Generaldirektor Olsson verlangt acht Spielorte
  • Linz könnte als Ersatz für Zürich einspringen

Lars-Christer Olsson, der Generaldirektor des Europäischen Fußballverbandes (UEFA), hat den Ernst der Lage bezüglich der Fußball-EM 2008 in Österreich und der Schweiz bekräftigt. Der 55-jährige Schwede kann sich jedenfalls nicht vorstellen, dass nach den Problemen mit dem Stadionbau in Zürich die EM-Finalrunde mit sieben statt mit acht Stadien durchgeführt werden könnte. "Das wäre eine Wettbewerbsverzerrung, ein Regelbruch, weil nicht geliefert wird, was in der Bewerbung versprochen wurde", so Olsson.

Olsson widerspricht in einem Interview mit dem "Kurier" (Sonntag-Ausgabe) damit ÖFB-Präsident Friedrich Stickler, der sich ja auch ein Turnier mit sieben Stadien vorstellen könnte. Das wäre aus Olsson Sicht "riskant". Seine Begründung: "Wenn an einem Spielort irgendwas passiert, ist der Raum für ein Ausweichmanöver sehr klein. Das könnte eine negativen Effekt auf den Event haben. Wenn wir sieben Stadien zulassen, stellen alle unterlegenen Bewerber eine legitime Frage."

Bei einer EM mit nur sieben Stadien würde auch die Glaubwürdigkeit der UEFA darunter leiden. Olsson: "Das ist auch ein Problem für die Zukunft der UEFA, weil nun der Eindruck entsteht: Es ist so einfach, man bewirbt sich für eine EURO, muss ja dann nicht alle Versprechungen einhalten."

Olsson geht jedenfalls in diesem "Kurier"-Interview nach wie vor davon aus, dass in acht Stadien ("In Zürich oder anderswo") gespielt wird. Auch Linz als Alternative zu Zürich könnte sich der Schwede vorstellen. "Wenn sich Österreich/Schweiz darauf einigen, kann die UEFA damit leben. Wir fordern nur acht Stadien. Wir akzeptieren auch fünf in Österreich, drei in der Schweiz. Wir mischen uns da nicht ein."

Mit Sorge erfüllt den Skandinavier, dass Österreich und die Schweiz "nicht fähig waren, das zu liefern, was sie in der Bewerbung versprochen haben. Da muss die UEFA reagieren. Wir müssen die Dinge zeitgerecht erledigen, um eine einwandfreie EURO zu veranstalten."

(apa/red)

9.10.2004 20:06