Rechtsextreme Parteien einigen sich: Bei Bundeswahlen 2006 mit gemeinsamer Liste
- NPD und DVU wollen "damit ein Zeichen setzen"
- Auf den Namen haben man sich noch nicht geeinigt
Nach ihren überraschend hohen Wahlerfolgen in Sachsen (NPD) und in Brandenburg (DVU) wollen die beiden rechtsextremen Parteien bei der deutschen Bundestagswahl 2006 als Bündnispartner mit einer gemeinsamen Liste antreten. Das bestätigten die Vorsitzenden von NPD und DVU in Medienberichten vom Wochenende. Nach Absprachen vor den jüngsten Landtagswahlen im September hatten sie klar den Einzug in die Parlamente von Dresden und Potsdam geschafft.
"Wir haben uns geeinigt, mit einer gemeinsamen Liste (...) anzutreten", sagte der NPD-Vorsitzende Udo Voigt dem Magazin "Der Spiegel". In dieser Woche soll bei einem Treffen mit DVU-Chef Gerhard Frey unter anderem geklärt werden, unter welchem Namen die Verbindung antreten will.
Frey sagte der "Leipziger Volkszeitung" (Montag), er sei sich mit Voigt "einig, unseren Vorständen zu empfehlen, dass DVU und NPD nicht gegeneinander antreten, sondern bei Landtagswahlen, der Bundestagswahl und Europawahl ihre Kräfte vereinen". Man wolle dauerhaft kooperieren. Für Voigt basiert die Zusammenarbeit auf einer "Gleichrangigkeit" beider Parteien und ihrer Vorsitzenden.
Die NPD-Spitze unterstützt laut "Spiegel" die Kandidatur von drei führenden Neonazis für den Bundesvorstand. "Wir wollen damit ein Zeichen setzen", sagt Voigt. Thomas Wulff, Thorsten Heise und voraussichtlich Ralph Tegethoff sollen am 30. Oktober kandidieren. "Mindestens einer wird in den Bundesvorstand gewählt", sagte Voigt.
Ins Umfeld der NPD rücken laut "Leipziger Volkszeitung", die sich auf Sicherheitsbehörden beruft, 170 so genannte Kameradschaften mit rund 3000 Aktivisten.
(apa/red)
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