Die Türkei auf ihrem Weg in die EU: Jetzt soll Kopftuchverbot in Schulen fallen
- Außenminister: "Sie passen nicht zu Freiheit und Demokratie der EU-Standards."
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Die Türkei auf Annäherungskurs an die EU. Jetzt wird nach Ansicht von Außenminister Abdullah Gül auch das Kopftuchverbot in der Türkei fallen, wie türkische Medien am Samstag berichteten. Seit 1930 dürfen Türkinnen in Schulen und Behörden keine Kopftücher tragen. Nun will man sich Rufe nach der Lockerung dieser Verbote beugen. "Sie passen nicht zu Freiheit und Demokratie der EU-Standards."
In der seit Ende 2002 regierenden islamisch geprägten Partei AKP von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan wurden wiederholt Rufe nach einer Lockerung des Kopftuchverbots laut.
Der außenpolitische Beauftragte der Europäischen Union, Javier Solana, appellierte unterdessen an die Staats- und Regierungschefs der EU, bei ihrem Gipfel im Dezember Beitrittsgespräche mit der Türkei einzuleiten. "Die Türkei ist ein sehr wichtiger Akteur von strategischer Bedeutung in einem Teil der Welt, der unsere Nachbarschaft darstellt", sagte Solana dem "Tagesspiegel am Sonntag". Er hoffe, dass die Staats- und Regierungschefs dem "ausgewogenen Bericht" der EU-Kommission folgen und die Aufnahme von Beitrittsgesprächen beschließen würden
Solana warnte vor den Folgen eines "Nein" der EU. "Dann hätte ein wichtiges islamisches Land in der Nahost-Region mit einer gemäßigten Regierung plötzlich keinen Anker mehr." Er mahnte gleichzeitig die Regierung in Ankara, bei Beitrittsverhandlungen nicht unnötig aufs Tempo zu drücken. "Der Moment der Wahrheit - also der Abschluss der Gespräche - kommt erst dann, wenn beide Seiten wirklich dafür bereit sind", sagte Solana.
(apa/red)
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