John Howard: Das Stehaufmännchen in der australischen Regierung
- Keiner musste mehr Niederlagen wegstecken
- Jeztzt wurde er mit dem 4. Triumpf in Folge belohnt
Der neue, alte Ministerpräsident John Winston Howard gilt als das Stehaufmännchen der australischen Politik. Der 65 Jahre alte Jurist, der seit mehr als einem Vierteljahrhundert im Parlament ist, hat mehr Niederlagen überstanden als die meisten anderen Politiker. Zwar gilt er vielen Australiern weder als besonders liebenswert noch überzeugend. Doch scheinen bei der Parlamentswahl vom Samstag viele Australier lieber auf Howards lange politische Erfahrung gesetzt zu haben, als sich mit dem 22 Jahre jüngeren Labor-Herausforderer Mark Latham möglicherweise auf ein Experiment mit ungewissem Ausgang einzulassen.
Die Politik war dem Sohn eines Tankstellenbesitzers aus Sydney schon in die Wiege gelegt worden, als er am 26. Juli 1939 in der Hafenmetropole zur Welt kam. Seinen zweiten Vornamen verdankt er dem britischen Premierminister Winston Churchill.
Seit seinem 15. Lebensjahr ist Howard Mitglied der Liberalen Partei. 1987 scheiterte der Anwalt bei seinem ersten Versuch, Regierungschef zu werden. Bittere innerparteiliche Kämpfe mit seinem Kontrahenten Andrew Peacock schienen bereits das Ende seiner Karriere zu bedeuten.
Seine Partei griff erst acht Jahre später wieder auf ihn zurück, nachdem sich eine ganze Mannschaft von unerfahrenen Liberalen als Oppositionsführer blamiert hatte. Was dann folgte, waren drei Siege bei Parlamentswahlen nacheinander, zu denen sich am Samstag nun ein vierter Triumph an den Wahlurnen gesellte.
(apa/red)
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