Freitag, 8. Oktober 2004

Erneuter Störfall im AKW Temelin: Panne bei Inbetriebnahme nach Abschaltung

  • Atom-Gegner wiederholen Kritik: "Störfälle häufen sich"

Nicht einmal eine Stunde war das AKW Temelin nach einer mehrtägigen Abschaltung zu Wartungsarbeiten am Freitag im Vollbetrieb, ehe es erneut herunter gefahren werden musste. Bei der Wiederinbetriebnahme kam es zu einer erneuten Panne.

Wie Temelin-Sprecher Milan Nebesar mitteilte, lieferten beide Blöcke des Kraftwerks um 08:00 Uhr früh mehr als 2.000 Megawatt Strom ans Netz. Nachdem Block 1 mehr als zwei Wochen wegen einer undichten Stelle im Kühlsystem abgestellt war, wurde er schon am Mittwoch wieder in Betrieb genommen. Dabei kam es zu Pannen: Am Donnerstag musste die Turbine vorübergehend vom Netz genommen werden, weil ein Problem im Dampf-Separator aufgetreten war und die Reparatur nur bei abgeschalteter Turbine möglich war.

Österreichische und tschechische Atomgegner übten wegen dieser Vorkommnisse erneut Kritik und wiesen darauf hin, dass die Häufigkeit der Störfälle im Kraftwerk steige. Die "Oberösterreichische Plattform gegen Atomgefahr" und andere Anti-Atom-Gruppen teilten der Leiterin der tschechischen Atombehörde (SUJB), Dana Drabova, in einem Offenen Brief ihre große Beunruhigung mit.

In der zweiten Hälfte der kommenden Woche werde es aber zu einer weiteren Abschaltung kommen, erklärte der Sprecher von Umweltminister Josef Pröll (V), Daniel Kapp: Dann stünden Wartungsarbeiten am nicht-nuklearen Teil in Block II des AKW an. Es müssten Arbeiten an der Turbine durchgeführt werden.
(apa)

8.10.2004 11:30