Terroranschlag: Paketbomben-Explosion vor indonesischer Botschaft in Paris
- Laut Innenminister De Villepin "kriminielle Handlung"
- Im Umkreis von 30 Metern brachen Fensterscheiben
Bei der Explosion einer Paketbombe vor der indonesischen Botschaft in Paris sind zehn Menschen verletzt worden. Neun der Verletzten wurden in Krankenhäuser gebracht. Sie trugen leichte Schnittwunden von geborstenem Glas davon oder litten unter Schocks. Bei vier der Verletzten handelte es sich um Mitarbeiter der Botschaft. "Das ist eindeutig ein Akt mit kriminellen Absichten", stellte Innenminister Dominique de Villepin am Ort der Explosion im wohlhabenden 16. Arrondissement der französischen Hauptstadt fest. "Unseres Wissens zufolge gab es keine spezifischen Drohungen."
Der designierte indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono sprach dagegen von Terror. "Ich verurteile den terroristischen Akt an der indonesischen Botschaft in Paris scharf", sagte er. De Villepin erläuterte: "So weit wir wissen, gab es keine gezielte Bedrohung, aber wir ermitteln noch." Präsident Jacques Chirac sagte während eines Aufenthaltes in Hanoi: "Wir werden alle Mittel einsetzen, um Licht in diese kriminelle Tat zu bringen."
Einem Polizeisprecher zufolge handelte es sich bei dem Sprengsatz um eine Paketbombe, die vor dem Botschaftsgebäude abgelegt wurde. "Das war eine Bombe mittlerer Stärke", erklärte er. "Es ist zu früh, um den Sprengstoff zu bestimmen." Die Explosion brachte die Scheiben von Autos und umstehender Wohngebäude zum Bersten. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte: "Die Explosion hat einen kleinen Bereich der Gebäudefassade beschädigt." Ein Feuer sei nicht ausgebrochen. Die Polizei sperrte das Gebiet um die Botschaft ab.
In Indonesien weckte die Explosion Erinnerungen an den Anschlag auf eine Diskothek auf der Insel Bali, die sich kommende Woche zum zweiten Mal jährt. Dabei waren mehr als 200 Menschen getötet worden. Bei einem Selbstmordanschlag am 9. September vor der australischen Botschaft in Jakarta waren neun Menschen gestorben. Vor dem Jahrestag des Anschlags von Bali warnte Australiens Außenministerium die Bürger seines Landes vor unnötigen Reisen nach Indonesien. Sowohl der Anschlag von Bali als auch der von Jakarta werden der radikalen Gruppe Jemaah Islamiah zugeschrieben, die als der Arm von Osama bin Ladens Al-Kaida in Südostasien gilt.
(apa/red)
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