Donnerstag, 7. Oktober 2004

Angriff auf Journalisten: Sheraton-Hotel in Bagdad von zwei Raketen getroffen!

  • Nach Angaben des US-Militärs gab es aber keine Opfer

In das von vielen westlichen Journalisten bewohnte Sheraton-Hotel im Zentrum der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Donnerstagabend zwei Raketen eingeschlagen. Opfer gab es nach Angaben des US-Militärs dabei nicht. "Offenbar wurden die Raketen aus geringer Entfernung abgefeuert", erklärte ein US-Militärsprecher.

Irakische Sicherheitskräfte hätten ein Auto ausfindig gemacht, das möglicherweise bei dem Angriff benutzt wurde. Die Zufahrtsstraßen zu dem Hotel wurden nach Angaben eines Reporters der Nachrichtenagentur AFP von irakischer Polizei und US-Militär abgeriegelt.

Die US-Armee entließ am Donnerstag nach eigenen Angaben rund 230 Insassen aus zwei irakischen Gefängnissen. Die meisten von ihnen seien aus Camp Bucca in Umm Kasr im Süden des Landes entlassen worden, sagte Oberstleutnant Barry Johnson. Die anderen kamen aus dem wegen Folterungen durch US-Militärs berüchtigten Gefängnis Abu Ghraib bei Bagdad.

Ein Stammesführer, der einer Vereinigung zur Unterstützung von Häftlingen vorsteht, sprach von 74 Freigelassenen aus Abu Ghraib. Sie alle stammten aus der Region Bagdad und seien zwischen einem und zwei Jahren im Gefängnis gesessen. Sie seien von Stammesführern empfangen worden, die für sie bürgten.

Im Fall des vor drei Wochen im Irak entführten Briten Kenneth Bigley ist nach den Worten des irakischen Ministerpräsidenten Iyad Allawi wieder Bewegung gekommen. Es gebe positive Signale, sagte Allawi einem Korrespondenten des britischen Fernsehsenders BBC. Einschränkend fügte er aber hinzu, er wisse nicht, "ob es gut ausgeht." (apa)

7.10.2004 21:42