Iran setzt Uran-Anreicherung fort: Unter IAEO-Aufsicht Umwandlung in Gas
- Wird zum Betrieb von Zentrifugen verwendet
Der Iran hat einem Diplomaten zufolge vor mehr als einer Woche mit der Vorbereitung für die Anreicherung von Uran begonnen. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA bzw. IAEO) wisse davon und habe ein wachsames Auge darauf, sagte der Diplomat am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Dennoch steht die Vorbereitung im Gegensatz zu den Forderungen der UNO-Behörde an den Iran, die Anreicherung von Uran insgesamt auszusetzen.
Der iranische Präsident Mohammed Khatami bekräftigte bei einem Besuch im Sudan, dass der Iran dem Druck aus dem Ausland nicht nachgeben werde. Das Land werde sich das Recht auf sein friedliches Atomprogramm nicht nehmen lassen, sagte er. Die USA vermuten hingegen, dass der Iran hinter der Energieerzeugung den Bau von Atomwaffen verbirgt.
"Die Umwandlung von Uran steht unter Überwachung durch die IAEA", sagte eine Sprecherin der Behörde. Die IAEA habe Überwachungskameras in der Anlage in Isfahan installiert, in der Uran in Uran-Hexafluorid verarbeitet wird. Damit solle sichergestellt werden, dass dabei nichts heimlich abgezweigt wird. Uran-Hexafluorid kann als Gas in Zentrifugen weiter angereichert werden und könnte in seiner hoch angereicherten Form für den Bau von Atomwaffen zum Einsatz kommen.
Es war nicht klar, wieviel Uran-Hexafluorid der Iran bisher hergestellt hat. In der Anlage in Isfahan ist die Umwandlung von 37 Tonnen unverarbeitetem Uran (Yellowcake) geplant. Damit könnte der Iran Atomexperten zufolge in der Lage sein, genug Uran für bis zu fünf Atomwaffen anzureichern.
Der Gouverneursrat der IAEA hat im September eine Resolution verabschiedet, in der vom Iran verlangt wird, alle Aktivitäten zu stoppen, die mit der Uran-Anreicherung zusammenhängen. Darunter fällt auch die Produktion von Material für die Verwendung in Zentrifugen. Für den Fall, dass der Iran bis Ende November die Vorgaben nicht erfüllt, hat sich der Rat weitere Schritte vorbehalten. Diplomaten sagten, das könnte die Einschaltung des UNO-Sicherheitsrats bedeuten, der Sanktionen verhängen könnte, um die Forderungen der internationalen Gemeinschaft durchzusetzen.
Der iranische Präsident sagte, sein Land werde die Zusammenarbeit mit der IAEA weiter fortsetzen. Er wies erneut die Vorwürfe zurück, Atombomben bauen zu wollen. "Die friedliche Nutzung von Atomenergie ist unsere Pflicht und unser Recht und ich möchte der internationalen Gemeinschaft zusichern, dass wir dies nicht auf die Produktion von Atomwaffen ausweiten werden", sagte Khatami.
(apa)
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