Sonntag, 10. Oktober 2004

Fokker-Notlandung der AUA: Verwirrung um Endbericht der Unfallkommission

  • Abschluss der Analyse erst für Frühjahr 2005 erwartet
  • Eisschutzleisten in Triebwerken stehen im Mittelpunkt

Verwirrung um Meldungen über den Abschluss der Untersuchungen der deutschen Unfallkommission nach der Notlandung einer Fokker 70 der AUA am 5. Jänner dieses Jahres: In ORF-Berichten hieß es am Sonntag, der Abschluss der Analysen sei bekannt gegeben worden - Kerninhalt: Den Piloten der Maschine treffe keine Schuld. AUA-Sprecher Johannes Jurceka stellte auf APA-Anfrage dezidiert fest: "Es gibt keinen Endbericht." Dieser werde erst für das Frühjahr 2005 erwartet. Daher wollte Jurceka auch keinerlei inhaltliche Stellungnahmen abgeben.

Die Triebwerke der AUA-Fokker (OS 111) hatten am 5. Jänner in einer Höhe von 4.000 Metern plötzlich rapide an Leistung verloren. Der Pilot legte daraufhin mit dem Flugzeug auf einem Acker in Erding bei München eine Bauchlandung hin. Bei dem Manöver wurde niemand ernstlich verletzt. Das Flugzeug wurde allerdings so schwer beschädigt, dass nach der langwierigen Bergung eineinhalb Monate später von der Airline entschieden wurde, es nicht mehr einzusetzen, sondern als "Ersatzteillager" zu verwerten.

Bald nach dem Zwischenfall war - auch von Experten - als mögliche Unfallursache ein Defekt bzw. ein nicht korrekter Einbau von Eisschutzleisten in den Rolls Royce-Triebwerken der Maschine genannt worden. Am 9. Jänner - fünf Tage nach der AUA-Notlandung - wurde die diesbezügliche Überprüfung der gesamten weltweiten Fokker-Flotte angeordnet. (apa/red)

10.10.2004 12:17