Sonntag, 10. Oktober 2004

"profil"-Interview mit Elfriede Jelinek: Kunstförderung ist "Pflicht, keine Gnade"

  • Reaktion der Nobelpreisträgerin auf Morak-Sager
  • PLUS: Die Preisträgerin über Wut, Geld & Genuss

In einem Interview in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" reagiert die österreichische Schriftstellerin Elfriede Jelinek auf die Tatsache, erste österreichische Literaturnobelpreisträgerin zu sein, mit gemischten Gefühlen: "Ich scheue die Öffentlichkeit extrem", sagt Jelinek und äußert ihre Angst davor, "mein zurückgezogenes Leben nicht so weiterführen zu können, wie ich das möchte".

Ihr politisches Engagement, "insbesondere auch für Frauen", meint Jelinek, habe mit der Auszeichnung wohl zu tun. Als "entschiedene Gegnerin dieser Regierung" werde sie Versuche der Vereinnahmungen durch die Politik "auf keinen Fall dulden". Die österreichische Bundesregierung habe als erste in Europa "die extreme Rechte wieder zugelassen und salonfähig" gemacht. Dies sei "absolut unverzeihlich". Deshalb werde sie sich "offiziell absolut nicht vereinnahmen lassen".

Scharf reagiert die Autorin im "profil"-Interview auf den Hinweis von Kunststaatssekretär Franz Morak, der die Zuerkennung des Nobelpreises an Jelinek als Anerkennung für die "Investitionen der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler" bezeichnet hat. Jelinek: "Sogar die aggressivsten Neoliberalen - zu denen ich natürlich nicht gehöre - sagen, dass der Staat zumindest zwei Aufgaben hat: Straßenbau und Kunstförderung. Kunstförderung mit Steuergeldern ist also seine Pflicht, keine Gnade."

Das gesamte Interview lesen Sie im neuen "profil"!

10.10.2004 10:54