Bukarest akzeptiert Österreichs Angebot: Gefängnis-Projekt in Rumänien wird konkret
- Strafanstalt nimmt bis zu 300 rumänische Häftlinge auf
- Rumänen sind drittgrößte Gruppe in Österreichs "Häf'n"
·Austro-Häf'n: Pilot-Projekt für Europa
Böhmdorfer will EU-weite
Vollzugs-Kooperation
·Experten wollen Austro-Häf'n leeren
Idee: Haus-Arrest statt Haft in übervollen Zellen
·Stimmen Sie mit bei der Umfrage
Soll Österreich im Ausland Gefängnisse bauen?
Das österreichisch-rumänische Gefängnisprojekt wird nun offenbar spruchreif. Nach Angaben des Justizministeriums hat das Parlament in Bukarest das österreichische Angebot dieser Tage akzeptiert. Das Projekt sieht vor, dass Österreich den Neubau eines Gefängnisses in Rumänien finanziert und Rumänien im Gegenzug in Österreich verurteilte Rumänen übernimmt.
Initiiert wurde das Gefängnis-Projekt noch unter dem Vorgänger von Justizministerin Miklautsch, Dieter Böhmdorfer. Miklautsch-Sprecher Martin Standl bestätigte nun einen Bericht des "Standard", wonach die neue Strafanstalt in Caracal, rund 150 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Bukarest entstehen soll. Das Gefängnis soll Platz für 300 Häftlinge bieten. Die Kosten werden mit drei bis fünf Millionen Euro beziffert.
Per 1. März 2004 stellten die Rumänen die drittgrößte Häftlingsgruppe in Österreichs Gefängnissen (305 Häftlinge, davon 142 Schubhaft). Die größte ausländische Häftlingsgruppe stammt aus Nigeria (388, davon 239 Schubhaft), die zweitgrößte aus Serbien- Montenegro (341, davon 191 Schubhaft).
Wann der Gefängnis-Neubau ausgeschrieben wird, ist nach Angaben des Justizministeriums noch offen. Man werde das Projekt aber zügig vorantreiben und wolle eine österreichische Firma mit dem Bau beauftragen, betont Standl. "Jetzt kommt alles ins Laufen."
(apa)
Wetter in Österreich08:07
Es trübt sich einWoche nach Pfingsten unbeständig. Sonne, Regen und Gewitter - alles ist möglich.
