Nach Zuerkennung des Nobelpreises: Jelinek braucht laut Interviews "Ruhe"
- "Ich habe in allen Sparten eine Art Endpunkt erreicht"
- PLUS: Die Preisträgerin über Wut, Geld & Genuss

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Die österreichische Autorin Elfriede Jelinek nahm am Tag nach Zuerkennung des Literatur-Nobelpreises 2004 in zwei Zeitungs-Interviews ausführlich Stellung zur Auszeichnung und ihrem Werk. Im folgenden Auszüge daraus:
Jelinek in der "Presse" zu künftigen Plänen: ".... der Preis (Nobelpreis, Anm.) gibt einem die Möglichkeit, dass man sich auch einmal eine Ruhe gönnt, denn ich habe das Gefühl, dass ich sie brauche, sonst falle ich über mich selbst drüber. Denn ich habe in allen Sparten eigentlich eine Art Endpunkt erreicht ... Ich werde jetzt sicher Zeit brauchen, um mich etwas zurückzusetzen, sonst erdrücke ich mich selbst unter meinem Eigengewicht."
Jelinek in der "Presse" zu Auswirkungen des Nobelpreises: "... ich hätte diesen Preis in der Tat jemandem anderen mehr gegönnt, der ihn mehr genießen kann als ich. Genießen werde ich das Geld, aber nicht die Augen der Öffentlichkeit, die sich da auf einen richten, die genieße ich nicht, das ist eher der Tatbestand der Körperverletzung für mich."
Jelinek im "Standard" zum Applaus seitens der Bundesregierung auf die Frage, ob man solch ehrende Worte hinnehmen müsse: "Ja, wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft, also muss man das. Wenn man dagegen ist, dass sich feindliche Nationen gegenseitig an die Gurgel gehen, muss man auch Beifall von der 'falschen' Seite akzeptieren."
Jelinek im "Standard" zur Rolle von Literaten: "Literatur darf alles sein. Nur die LiteratInnen dürfen nicht berühmt werden. Das ist ein Fluch. Man muss aus dem Verborgenen heraus beobachten und dann zustoßen wie eine Sandviper." (apa)
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