Donnerstag, 28. Oktober 2004

Küng will "Brücken bauen": Ex-Visitator ist nun offiziell neuer Bischof von St. Pölten

  • "Prozess, der zur Versöhnung führt" als Ziel
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Er wolle ein "Vater", ein "Hirte" sein und "Brücken bauen". Mit diesen Worten trat Klaus Küng an seinem neuen Wirkungsort als Diözesanbischof von St. Pölten vor die Presse. Er wisse, dass ihn eine "große Aufgabe" erwarte, die "nicht einfach" sein werde. Küng hat sein neues Amt nun offiziell angetreten.

Küng betonte, "nicht damit gerechnet" zu haben, dass er Diözesanbischof von St. Pölten werde. Es sei ihm auch "nicht leicht gefallen", diesem Ruf zu folgen. Die Diözese Feldkirch, "der ich fünfzehneinhalb Jahre vorgestanden bin, ist mir sehr ans Herz gewachsen".

In St. Pölten müsse er "nun versuchen, die Probleme anzugehen", was aber "allein nicht möglich" sein werde. In der Diözese gebe es "so viele gute Kräfte". Die Grundfrage, die sich stelle: "Wir müssen einen gemeinsamen Weg finden. Es gehe um eine "Sammelbewegung aller, die in der Sendung der Kirche mittun". Er sei auch "überzeugt, dass in St. Pölten viele Menschen da sind, denen die Kirche ein großes Anliegen ist".

"Keine Schwierigkeit" sieht Küng darin, dass er vor seiner Ernennung zum Bischof als Apostolischer Visitator in St. Pölten tätig war. Er wischte damit Bedenken vom Tisch, weil er ja "manche Mitteilung voll Vertrauen erhalten" habe.

Sein Ziel beschrieb der neue Bischof in einem "Prozess, der zur Versöhnung und zu größerer Einheit führt". Damit würde eine neue Kraft entstehen. In seiner "Diagnose" zur Diözese St. Pölten stellte der promovierte Mediziner den Vergleich mit dem Buch "Der blockierte Riese " von Manfred Lutz her. Blockaden müssten überwunden werden, dann würde der Riese schon spuren.

Jahre haben bei Krenn "Spuren hinterlassen"
Er habe dem Domkapitel sein Ernennungsdekret bereits vorgelegt, sagte der neue St. Pöltner Bischof Klaus Küng in der Pressekonferenz. Damit sei die rechtliche Übernahme vollzogen und auch die Visitation der Diözese abgeschlossen.

Personell will Küng "auf Kontinuität bauen". Er verwies darauf, dass mit seiner Ernennung bzw. der vorangegangenen Sedisvakanz die Vikare erloschen und somit neu zu bestellen seien. "Suchen" müsse er insbesondere einen Generalvikar. Diesbezüglich will Küng in den kommenden Tagen Gespräche führen. Ob es auch wieder einen Weihbischof geben werde, "weiß ich nicht". Es sei vorstellbar, "dass das noch ein bisschen dauert".

"Noch nicht ganz klar" sei auch, wo der nunmehrige Altbischof Kurt Krenn künftig wohnen werde. "Wir werden sicher eine gute Lösung finden", betonte Küng. Er verwies dabei auf die Pflicht der Diözese, dafür Sorge zu tragen.

"Eine klare Leitung ist erforderlich", sagte Küng darauf angesprochen, dass es "Zurufe Krenns von außen" geben könnte. Das werde auch der Altbischof so sehen. "Nur begrüßt werden" könne, wenn Krenn - mit dem ihn, Küng, immer ein "gutes Verhältnis" verbunden habe - "für den Glauben eintritt" und z.B. "Vorträge hält" oder "Bücher schreibt".

Er habe nach seiner Ernennung "das Gespräch mit Bischof Kurt" gesucht, sagte der neue Oberhirte der Diözese St. Pölten. Die Situation für seinen Vorgänger "war und ist nicht leicht". Krenn habe mit dem Amtsverzicht auf Bitte des Heiligen Vaters "ein Opfer gebracht". Küng hielt auch fest, dass die Jahre beim Altbischof "Spuren hinterlassen" hätten. "Das lässt sich nicht übersehen."

(apa/red)

28.10.2004 15:55