Küng bestätigt Wechsel nach St. Pölten: Bleibt aber auch Bischof von Feldkirch
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Bischof Klaus Küng hat seine Berufung nach St. Pölten am Donnerstagvormittag offiziell bestätigt. Er löst dort Kurt Krenn ab, dessen Rücktrittsgesuch vom Papst angenommen wurde. Die Diözese Feldkirch wird Küng weiterhin als Apostolischer Administrator leiten, bis vom Vatikan ein neuer Bischof für Feldkirch bestimmt ist.
In seiner Abwesenheit wird Generalvikar Elmar Fischer die Diözese führen, der das diesbezügliche Dekret von Küng bereits überreicht bekam.
Auch der Rücktritt des St. Pöltener Weihbischof Fasching wurde vom Heiligen Vater akzeptiert.
Mit der Abberufung Küngs aus Feldkirch wird auch automatisch Generalvikar Fischer seines Amtes enthoben. Der Generalvikar ist als Vertreter des Bischofs der "zweite Mann" in der Diözese und wird vom Bischof selbst bestimmt. In Feldkirch soll allerdings Fischer mit einer Sondervollmacht in seiner Funktion bleiben und die Diözese führen, wenn Küng sich in St. Pölten aufhält.
Administrator bis Nachfolger gefunden
Küng wird vorläufig Apostolischer Administrator in Feldkirch bleiben, bis ein Nachfolger als Bischof gefunden ist. "Ich werde darauf drängen, dass es nicht zu lange dauert", versprach Küng, bezeichnete aber den Zeitraum von einem halben Jahr als "Rekord". Es könne auch bis zu einem Jahr dauern, relativierte der scheidende Feldkircher Diözesanbischof. Während seiner Abwesenheit wird Generalvikar Elmar Fischer (68) die Diözese Feldkirch leiten. Noch während der Pressekonferenz überreichte Küng Fischer das diesbezügliche Dekret.
Für die Diözese Feldkirch hoffe er, "dass es so weitergeht und sich ein Bischof finden wird, der es besser macht als ich". Über Namen möglicher Nachfolger wollte Küng keine Auskunft geben, auch nicht über den Vorschlag, den er im Vatikan eingereicht hat. "Was man im Herzen hat, kann man nicht so leicht herauslassen", lachte Küng. Auf die Frage, ob sein Nachfolger aus Vorarlberg kommen solle, antwortete der Bischof: "Ich bin kein Prophet."
Küng verlässt Feldkirch ungern
Es falle ihm nicht einfach wegzugehen, sagte Küng. "Die 15 Jahre in Feldkirch waren nicht langweilig, es gab auch schwierige Momente", bekannte er. Von Anfang an habe es aber auch viele Freuden gegeben, bezeichnete er sein Bischofsamt als "Kneippkur". Aus Reibung entstehe Wärme, man sei zusammengewachsen, so Küng. "Ich möchte ganz allgemein sagen: Ich habe alle schätzen gelernt, mit denen ich Probleme hatte." Es seien viele Freundschaften entstanden, und wenn er jetzt Feldkirch verlasse, "dann weil mich der Papst darum gebeten hat".
Einen feierlichen Gottesdienst zur offiziellen Amtsübernahme in St. Pölten werde es etwa in zwei Monaten geben, sagte Küng.
"Mit allen Kräften und Gottes Hilfe"
Seine neue Aufgabe in St. Pölten werde er "mit allen Kräften und Gottes Hilfe" in Angriff nehmen, sagte Bischof Klaus Küng. Seine erste Aufgabe werde es sein, einen Generalvikar zu bestimmen, "das muss nicht unbedingt ein Weihbischof sein". Küng hofft, dass sein persönlicher Assistent Bernhard Augustin mit ihm nach St. Pölten gehen wird. Mit Kurt Krenn werde er den Dialog suchen. "Wir werden uns seinen Alterssitz und seine Aufgaben überlegen", so Küng.
Seine Visitation, "die ich mir nicht ausgesucht habe", sei eine besondere Erfahrung gewesen und stelle eine gute Grundlage für sein Amt als Bischof dar, sagte Küng. Er habe sich bereits einen guten Überblick verschaffen können. Seine Aufgabe als Bischof von St. Pölten verstehe er als diejenige eines Brückenbauers. "Diesen Aspekt werde ich im Herzen tragen", sagte Küng. Bis man eine Diözese kenne, dauere es allerdings zwei Jahre, bis man sie gut kenne, fünf Jahre. Es müsse ein spiritueller Prozess der Versöhnung und Erneuerung stattfinden.
Er möge Kurt Krenn gerne, bekannte Küng. "Wir haben gestern telefoniert, es geht ihm gar nicht so schlecht", befand der neue Bischof von St. Pölten. Allerdings müsse sich Krenn erholen, die Jahre hätten Spuren hinterlassen. "Er hat in manchen Momenten mutig den Glauben vertreten", zeigte Küng Respekt vor Krenn. Der Altbischof müsse in seine neue Rolle erst hineinfinden. Hinsichtlich möglicher Aufgaben für Krenn habe der Papst Andeutungen gemacht, konkret wurde Küng aber nicht. Gemäß dem Kirchenrecht hat die Diözese für den Altbischof zu sorgen.
In Bezug auf das Priesterseminar in St. Pölten sagte Küng, es müsse einen "eigentlichen Neuanfang" geben. "Wir wollen eine Leitung suchen für das Seminar, auch die Hochschule wollen wir halten", so der Bischof. Er habe mit allen Seminaristen gesprochen, es seien nur jene genommen worden, die nicht in die Vorfälle verwickelt gewesen seien.
(apa/red)
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