Nach Fliegerbomben-Explosion in Linz: Sperre bleibt bis auf weiteres bestehen
- Drei Verdachtsflächen werden mit Sonden untersucht
- Straßen im Umkreis erst Samstag früh wieder offen
Die nach der Explosion einer Fliegerbombe bei Bauarbeiten am Gelände des Fernheizkraftwerks Linz-Mitte am Donnerstag verfügte Sperre des Areals und seiner Umgebung - darunter ein Kinocenter und eine Schrebergartensiedlung - bleibt bis kommenden Mittwoch aufrecht. Das teilte die Polizei Linz Freitagnachmittag mit. Außerdem sollen noch drei Verdachtsflächen von einem Munitionsbergungs-Unternehmen mit Sonden überprüft werden, kündigte Josef Heizinger, Vorstandsmitglied des Kraftwerksbetreibers Linz AG, an. Bei der Explosion waren drei Menschen verletzt worden, einer davon schwer.
Die Polizei will mit der Sperre eine maximale Sicherheitsfrist von 144 Stunden einhalten. Sie folgt damit dem Rat von Experten. Es bestehe nämlich die Gefahr, dass durch die Explosion am Donnerstag weitere in der Erde befindliche Blindgänger scharf geworden sein könnten. Sie sind mit Verzögerungszündern ausgestattet. Diese können die Explosion der Bomben bis zu maximal 144 Stunden verzögern.
Ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg könnte sich in der Nähe eines Kreisverkehrs befinden, zwei weitere in einer Schrebergartensiedlung bzw. in unmittelbarer Nähe. Die Untersuchung der betroffenen Flächen soll während der Sperre durchgeführt werden.
Das Firmengelände der Linz AG und das umliegende Industriegebiet waren am Donnerstag kurz nach 10.00 Uhr erschüttert worden: Ein Arbeiter rüttelte mit einer Maschine das Erdreich auf, als plötzlich die Bombe in einer Tiefe von rund fünf Metern explodierte. Der 34-jährige Mann wurde durch die Wucht der Detonation Meter weit weggeschleudert.
Er wurde schwer verletzt, musste in künstlichen Tiefschlaf versetzt und mit dem Rettungshubschrauber ins Allgemeine Krankenhaus Linz geflogen werden. Sein 25-jähriger Kollege und ein weiterer Arbeiter kamen mit leichten Verletzungen davon. Durch die heftige Explosion entstand ein rund fünf Meter tiefer Krater mit einem Durchmesser von etwa 15 Metern. Die Männer waren mit Bauarbeiten für eine neue Biomasseanlage beschäftigt gewesen.
(apa)
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