Verwirrspiel um Verdächtigen in Causa Höhenstraße: Mann sitzt wieder in U-Haft
- Wegen gefährlicher Drohung & Verdunkelungsgefahr
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Im Fall der Granatenexplosion auf der Höhenstraße ist der Verdächtige, ein 38-jähriger Niederösterreich, wieder in U-Haft. Der Mann war erst am Montag aus der U-Haft entlassen worden. Seit Mittwochabend befindet er sich erneut in Justizgewahrsam. Grund seien mehrere Nachtragsanzeigen, bestätigte Ernst Kloyber, Pressesprecher der Anklagebehörde, am Donnerstag im APA-Gespräch. Es gehe um Betrug, Veruntreuung sowie gefährliche Drohung. In der Zwischenzeit suchen die Ermittler einen bestimmten Zeugen, der mit seinem Auto beim Tatort vorbei fuhr.
Somit wurde die Voruntersuchung ausgedehnt und erneut die U-Haft verhängt. Bei dem Faktum Betrug soll es sich laut Kloyber um eine Darlehenssache handeln. Im Falle der gefährlichen Drohung habe sich der in die geplante Waffenübergabe involvierte "News"-Reporter durch einen Anruf des Verdächtigen bedroht fühlt. Durch diese Bedrohung bestand laut Kloyber eindeutig Verdunkelungsgefahr, die Tatbegehungsgefahr ist auf die zahlreichen Vorstrafen des Mannes zurückzuführen. Der Verdacht wegen Waffenbesitzes bleibt weiterhin aufrecht.
Der 38-jährige Niederösterreicher war aus der Haft entlassen worden, weil es bezüglich der Mordvorwürfe nach Ansicht von Untersuchungsrichter Martin Bodner keinen dringenden Tatverdacht gab. Die Staatsanwaltschaft hat dagegen Beschwerde beim Oberlandesgericht (OLG) eingelegt.
Durch das alleinige Faktum des Waffenbesitzes konnte Bodners Meinung nach die U-Haft nicht aufrechterhalten werden. Laut Kloyber seien bei Hausdurchsuchungen auch keine weiteren Waffen gefunden worden. Es habe somit keinen Haftgrund gegeben. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft auf Einbeziehung der neuen Fakten wurde jetzt jedoch erneut die U-Haft verhängt.
Legt der Verdächtige Beschwerde gegen diese Entscheidung ein, werde es sofort eine erneute Haftprüfung geben, so Kloyber. Ob es zu einer Beschwerde gegen die U-Haft kommt, sei derzeit noch nicht zu sagen, sagte der Anwalt des Verdächtigen, Herbert Eichenseder, der am Donnerstag noch beim U-Richter war. "Ich werde erst in Ruhe Akteneinsicht nehmen." Er müsse zudem zunächst mit seinem Mandanten reden, erklärte der Verteidiger.
Am vergangenen Freitag war eine gerichtliche Tatrekonstruktion durchgeführt worden, bei der der Mann seine Sichtweise des Hergangs der Granatenexplosion erklärte. Demnach will sich der Verdächtige als Waffenhändler versucht haben, der seine heiße Ware loswerden wollte. Dafür kontaktierte er mehrere Journalisten und das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT).
Die erste Übergabe erfolgte am 10. September. Bei der zweiten am 20. September auf einem Parkplatz über der Waldandachtssiedlung bei der Höhenstraße detonierten zwei Handgranaten und töteten die 39-jährige Sekretärin des Mannes.
In der Zwischenzeit sucht das BVT in dieser Causa nach einem Zeugen. Ein Mann, der am Tattag gegen 9.00 Uhr mit dem Pkw der Marke BMW - vermutlich 3er-Serie - grau lackiert und mit einem Wiener Kennzeichen aus Hernals am Parkplatz Höhenstraße oberhalb der Siedlung Waldandacht unmittelbar vor dem Vorfall anwesend war soll sich bei der Behörde unter der Telefonnummer 01/53126-4100 (Journaldienst) melden. Die Wahrnehmungen dieses Zeugen seien für die weiteren Ermittlungen von wesentlicher Bedeutung.
(apa/red)
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