Hinweise auf Zigaretten-Packerl schrecken
nicht ab: Es wird immer mehr geraucht
- Schon 35 % der 11 bis 14-jährigen Kids rauchen
- Mehr Mädchen als Burschen greifen zum Klimmstengel
Alarmierende Zahlen hat das Institut für Jugendkulturforschung veröffentlicht: Bei einer im Juni und Juli durchgeführten Umfrage unter 800 Jugendlichen im Alter von elf bis 29 Jahren outeten sich fast 50 Prozent als Raucher. Besonders Besorgnis erregend sei, dass in der Gruppe der Elf- bis 14-Jährigen bereits 35 Prozent zur Zigarette greifen, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung des Instituts.
Neu ist auch, dass nun mehr Mädchen (rund 53 Prozent) als Burschen (etwa 46 Prozent) rauchen. Diese Zahlen betreffen die Gesamtstichprobe (elf bis 29 Jahre). Wie qualitative Studien zeigen, würden viele Mädchen den blauen Dunst als Mittel zur Gewichtsregulierung sehen. "Frau raucht, um den Appetit zu vertreiben."
Gaben die "qualmenden" 15- bis 19-Jährigen in den Einzelinterviews, durchgeführt in großen Städten, an, mit durchschnittlich 14 Jahren mit dem "Tschiken" begonnen zu haben, so hat sich für den Rauchernachwuchs das Einstiegsalter beträchtliche nach vorne verlagert. Die Raucher unter den heute 14-Jährigen geben an, mit durchschnittlich 13 zum ersten Mal am Glimmstängel gesogen zu haben.
Das Vorbild der Eltern sei entscheidend: Dort, wo der Vater und/oder die Mutter und Freunde rauchen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche zur Zigarette greifen, um ein Vielfaches höher.
Fast jeder Zweute raucht in der Schule
48 Prozent der 15- bis 19-Jährigen gaben an, in der Schule zu rauchen. In qualitativen Interviews sagen jugendliche Nichtraucher häufig, die Pause gemeinsam mit ihren "qualmenden" Freunden im Raucher- oder Raucherhof zu verbringen. Und um dazu zu gehören, rauchen auch sie ab und zu eine Zigarette mit.
"Wenn man Jugendliche wirklich vom Rauchen fern halten will, ist es in erster Linie die Aufgabe der Erwachsenen vorbildlich zu agieren", so Manfred Zentner vom Institut für Jugendkulturforschung. Gesundheitsförderung dürfe nicht auf Schulprojekte oder Einzelaktionen reduziert werden. Ein konsequentes Durchsetzen von Maßnahmen sei gefordert.
"Das Raucherzimmer ist eine Einrichtung von gestern. Wenn zu befürchten ist, dass dort Jugendliche, die den sozialen Kontakt zu ihren Freuden suchen, zum Rauchen verführt werden, gehören die Zimmer sofort geschlossen", meinte Zentner. Darüber hinaus forderte er spezielle Präventionsprogramme für Mädchen.
(apa)
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