Samstag, 16. Oktober 2004

Start der 42. Viennale: 300 Filme aus 44 Länder warten auf die Besucher!

  • "Comme une image" von Agnes Jaoui eröffnete Festival
  • Filmfestival läuft noch bis zum 27. Oktober

Das Wiener Filmfestival Viennale startete seine 42. Auflage. Den Auftakt bildete heuer im Gartenbaukino die Vorführung von "Comme une image", dem neuen Film der französischen Schauspielerin und Regisseurin Agnes Jaoui. Bis zum offiziellen Ende am 27. Oktober können sich Interessierte an über 300 Filmen aus 44 Ländern erfreuen.

Noch nie hat die Viennale so viele Filme ohne österreichischen Verleih gezeigt, wie Festivalleiter-Leiter Hans Hurch betonte. Besonders stark vertreten sind Beiträge aus Frankreich und China, auffällig unterrepräsentiert ist hingegen das aktuelle osteuropäische Kino. Einzig Ungarn ist mit einem Kurzfilm und einer Doku vertreten, und aus der Türkei werden zwei Spielfilme gezeigt.

Film statt Eröffnungsrede
Der Eröffnungsfilm behandelte die Beziehung zwischen einem prominenten Autor und seiner unglücklichen Tochter. Statt eines Eröffnungsredners gab es heuer den Kurzfilm "En rachachant", ein Kommentar zum Thema Lernen und Erziehung, von Danielle Huillet und Jean-Marie Straub präsentiert. Den diesjährigen Trailer hat Agnes Varda gestaltet.

Neu sind heuer, wie bereits bekannt, die Programmschiene "Propositions", die mit zwölf innovativen Filmen den aktuellen "state of production" repräsentieren und als eine Art Leitschiene das Hauptprogramm strukturieren soll, und eine "Working Class" genannte Reihe von Filmlectures, die der französisch-amerikanische Filmemacher Jean-Pierre Gorin, dem außerdem ein Special gewidmet ist, thematisch im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahl ansiedeln will.

Ebenfalls bereits bekannt ist das Special zum japanischen Regisseur Koreeda Hirokazu. Weitere Specials sind eine "Fear East" betitelte Mitternachtsschiene mit Genre- (z.B. Horror- oder Kostüm-) Filmen aus China, Japan, Hongkong, Südkorea, Taiwan und Thailand und ein vom Filmarchiv Austria kuratiertes Spezial-Programm zum ungarischen Regisseur Paul Fejos.

Tribute an Lauren Bacall und Amos Vogel
Die diesjährigen Tributes gelten der US-Schauspielerin Lauren Bacall (80), die als Ehrengast auch anreisen wird, und dem aus Wien stammenden New Yorker Filmvermittler Amos Vogel (83). Bereits heute, Freitag, startet die große Retrospektive im Filmmuseum, die heuer Jean-Marie Straub und Daniele Huillet mit eigenen und ausgewählten Filmen von John Ford bestreiten.

Festivaltreffpunkt ist auch heuer wieder das Dachgeschoss der renovierten Urania. Dort finden Diskussionen und Publikumsgespräche statt, DJ-Lines, bei denen unter anderem FilmemacherInnen die Plattenteller bestücken; sowie unter dem Motto "Viennale Bonus Track" ein zusätzlicher Festivaltag am 28. Oktober, mit Vorführungen der erfolgreichsten Festivalbeiträge sowie einer Reihe neuer Filme von 6 Uhr früh am 28. 10. bis 4 Uhr am Morgen des 29.10.; Karten hierfür sind ab 15. Oktober erhältlich.

Als offizieller Abschlussfilm wird Michael Mayers "A Home at the End of the World" gezeigt, die Geschichte einer Jugend in den 60er Jahren der USA. Im Rahmen der Abschlussgala am 27.10. werden außerdem wieder der Wiener Filmpreis, der Fipresci-Preis und der Preis der Standard Leserjury verliehen.

Ein weiteres außertourliches Viennale-Special wurde bereits für 10. November angekündigt: ein Videoabend des US-Künstlers Jamie Cameron samt einem Konzert der US-Rockband The Melvins als Auftakt einer neuen von Edek Barz kuratierten Reihe von Film und Musik im Gartenbaukino.

Neben den großen Katalogen von Viennale (8 Euro) und Filmmuseum (6 Euro, zusammen 12 Euro) liegt auch wieder ein Gratis-Pocket-Guide auf. Eine wichtige Neuerung betrifft das Ticketing: Karten können ab heuer nicht mehr unverbindlich reserviert werden, da dieses System den Verkauf blockiert hat.
(apa/red)

16.10.2004 07:45