Freitag, 1. Oktober 2004

Semmering-Schnellstraße voll ausgebaut: Die feierliche Eröffnung ist am 12. Oktober

  • Vierspurig im Freiland und zweiröhrig in den Tunneln
  • PLUS: Neue Sicherheits-Standards in den Tunnelketten

Mit der Eröffnung des Tunnelabschnittes zwischen Maria Schutz auf niederösterreichischer und Spital auf steirischer Seite wird am 12. Oktober die letzte Lücke auf der Semmering-Schnellstraße geschlossen. Damit ist die gesamte, rund 105 Kilometer lange S 6 nahezu durchgehend vollausgebaut:

Vom Knoten Seebenstein (A 2 Südautobahn) in NÖ bis zum Knoten St. Michael in der Obersteiermark ( A 9 / S 36) präsentiert sich die neue Strecke vierspurig im Freiland und zweiröhrig in den Tunneln. Die letzte Engstelle bildet der Ganzsteintunnel, wo aber bereits eine zweite Röhre in Planung ist.

Mehr Sicherheit und weniger Stau
Mit dem Vollausbau der Semmeringquerung werde ein unfallträchtiges Nadelöhr wesentlich entschärft, strich Franz Lückler, Vorstandsdirektor der Asfinag bei einem Pressegespräch in Mürzzuschlag die Sicherheitsaspekte hervor. Für die Anrainergemeinden bringt die Fertigstellung der S 6 eine deutliche Entlastung. Auch die gefürchteten Megastaus an Skiwochenenden werden der Vergangenheit angehören, so Lückler. Die Zeitersparnis für die Benutzer der ausgebauten Strecke beträgt etwa 15 Minuten.

Kosten von 370 Mio. Euro
Die Gesamtkosten für die 14,6 km lange Strecke Maria Schutz - Mürzzuschlag - mit den Tunneln Semmering (3.450 m), Spital (2.550 m) und Steinhaus (1.850 m) - betragen 370 Mio. Euro, finanziert aus den Maut- und Vignetteneinnahmen der Asfinag. Der Vollausbau Kindberg - St. Marein schlägt sich mit 20 Mio. Euro zu Buche.

Höchste Standards im Tunnel
Auf die sicherheitstechnische Ausrüstung der - von Mürzzuschlag aus zentral videoüberwachten - Tunnelkette wurde größter Wert gelegt. Sie sind doppelt so hell wie üblich, die Fahrbahn besteht aus Beton, für Einsatzfahrzeuge bzw. allfällige Verkehrsumlegungen gibt es alle 500 Meter befahrbare Querschläge. Alle 125 Meter sind Feuerlöschanschlüsse und alle 250 Meter Notrufeinrichtungen installiert.

Der Bau der zweiten Röhre für den Ganzsteintunnel soll 2006 beginnen. Mit der Verkehrsfreigabe ist Anfang 2009 zu rechnen, die Kosten werden sich auf rund 46 Mio. Euro belaufen.(apa/red)

1.10.2004 12:34